Bargeld oder Karte: Mindelheimer Geschäfte im Zahlungs-Check
Bargeld oder Karte: Mindelheimer Geschäfte im Check

In Mindelheim stehen Kunden vor der Qual der Wahl: Bargeld oder Karte? Eine aktuelle Umfrage unter Mindelheimer Geschäften zeigt, dass die meisten Betriebe beide Zahlungsarten akzeptieren, aber dennoch Unterschiede bestehen. Während Großhändler und Filialisten problemlos Kartenzahlung anbieten, sind kleinere Läden oft skeptisch. Die Ergebnisse im Überblick.

Kartenzahlung wird immer selbstverständlicher

Die Mehrheit der befragten Geschäfte in der Mindelheimer Innenstadt nimmt mittlerweile EC-Karte oder Kreditkarte an. Laut der Umfrage des Mindelheimer Gewerbevereins bieten rund 80 Prozent der Händler mindestens eine Form der Kartenzahlung an. Besonders in Modegeschäften, Elektronikmärkten und bei Optikern ist die Kartenzahlung Standard. Kunden schätzen die Flexibilität und die Möglichkeit, größere Beträge unbar zu begleichen.

Dennoch gibt es Ausnahmen: Einige inhabergeführte Fachgeschäfte, insbesondere im Lebensmittelhandwerk und bei kleinen Dienstleistern, akzeptieren weiterhin nur Bargeld. Als Hauptgrund nennen sie die anfallenden Gebühren der Kartenunternehmen, die bei kleinen Beträgen besonders ins Gewicht fallen. Ein Bäcker aus Mindelheim erklärte: „Bei einem Brötchenpreis von 50 Cent bleiben nach der Kartenzahlung nur noch wenige Cent übrig. Da lohnt sich die Karte für uns einfach nicht.“

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Kundenverhalten: Bargeld bleibt beliebt

Trotz des Trends zur Kartenzahlung bevorzugen viele Kunden weiterhin Bargeld. Die Umfrage ergab, dass etwa 45 Prozent der Mindelheimer Einkäufe bar bezahlt werden. Gerade bei kleineren Beträgen bis zehn Euro greifen die Kunden häufig zum Portemonnaie. „Viele ältere Kunden zahlen grundsätzlich bar, aber auch jüngere Leute nutzen oft Bargeld, um den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten“, berichtet eine Verkäuferin im Schuhgeschäft.

Die Akzeptanz von Kartenzahlung variiert stark nach Branche. Während im Bekleidungshandel der Kartenanteil bei über 60 Prozent liegt, sind es im Lebensmittelhandel nur 30 Prozent. Dies führt zu einem uneinheitlichen Bild in der Stadt. Die Händler reagieren darauf unterschiedlich: Manche haben Mindestbeträge für Kartenzahlung eingeführt, andere verzichten bewusst auf diese Einschränkung, um Kunden nicht zu verärgern.

Gebühren und Technik: Hürden für kleine Händler

Ein zentrales Hindernis für die Ausweitung der Kartenzahlung sind die Gebühren der Zahlungsdienstleister. Diese betragen je nach Anbieter und Umsatzvolumen zwischen 0,2 und 2 Prozent des Transaktionswerts. Für kleine Läden mit geringen Margen kann das schnell zur Belastung werden. Zudem müssen Händler in moderne Kassensysteme investieren, die Kartenzahlungen unterstützen. Eine Anschaffung, die sich oft erst bei höherem Kartenanteil amortisiert.

Der Mindelheimer Gewerbeverein fordert daher von der Politik und den Kreditinstituten faire Bedingungen für den Einzelhandel. „Wir brauchen bezahlbare Lösungen für kleine Betriebe, damit sie am digitalen Zahlungsverkehr teilnehmen können, ohne ihre Existenz zu gefährden“, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins, Thomas Müller, im Gespräch mit unserer Redaktion. Er verweist auf Initiativen auf Bundesebene, die eine Deckelung der Gebühren vorschlagen.

Zukunft: Bargeld und Karte nebeneinander

Experten gehen davon aus, dass Bargeld auch in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle spielen wird. Eine Studie der Deutschen Bundesbank zeigt, dass über 60 Prozent der Deutschen Bargeld als bevorzugtes Zahlungsmittel angeben. In Mindelheim spiegelt sich das wider: Viele Kunden schätzen die Anonymität und das Gefühl von Kontrolle, das Bargeld bietet. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach kontaktlosen Zahlungsmethoden wie Apple Pay oder Google Pay, insbesondere bei jüngeren Kunden.

Die Mindelheimer Geschäfte reagieren auf diese Entwicklung, indem sie ihr Angebot erweitern. Einige Modehäuser haben bereits mobile Kartenlesegeräte eingeführt, die auch auf dem Verkaufsregal eingesetzt werden können. Andere planen, in Zukunft Kryptowährungen zu akzeptieren, wobei dies noch Zukunftsmusik ist. Der Trend geht klar in Richtung Vielfalt: „Wir wollen unseren Kunden alle Möglichkeiten bieten, damit sie selbst entscheiden können, wie sie bezahlen“, sagt ein Elektronikhändler.

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Praktische Tipps für Verbraucher

Für Verbraucher ist es ratsam, nicht nur auf Bargeld zu setzen, sondern auch Karte oder Smartphone dabei zu haben. In Mindelheim gibt es noch einige Geschäfte, die nur bar zahlen. Wer sich vorher informiert, kann unangenehme Überraschungen vermeiden. Viele Händler weisen ihre Zahlungsoptionen an der Kasse aus, aber nicht alle. Ein Anruf oder ein Blick auf die Website des Geschäfts hilft oft weiter.

Zudem sollten Kunden beachten, dass bei Kartenzahlung oft ein Mindestbetrag verlangt wird. Dies ist rechtlich zulässig, solange der Betrag angemessen ist. Die meisten Geschäfte in Mindelheim verzichten jedoch auf eine solche Regelung, um kundenfreundlich zu sein. Insgesamt zeigt sich: Die Stadt bietet ein breites Spektrum an Zahlungsmöglichkeiten, und die Entscheidung liegt letztlich beim Kunden.