Bei zwei getrennten Einsätzen an bayerischen Seen hat die Wasserwacht am Wochenende drei Kinder einer Familie vor dem Ertrinken gerettet. Die Kinder im Alter von vier, sieben und neun Jahren schweben nach Angaben der Behörden nicht mehr in Lebensgefahr. Die Einsätze ereigneten sich am Samstag und Sonntag an zwei verschiedenen Gewässern in Oberbayern und Schwaben.
Erster Einsatz am Samstag: Zwei Kinder aus dem Wasser gezogen
Der erste Vorfall ereignete sich am Samstagnachmittag an einem See im Landkreis Starnberg. Zwei Geschwister im Alter von vier und sieben Jahren waren beim Baden in eine gefährliche Strömung geraten und konnten sich nicht mehr selbst ans Ufer retten. Ein aufmerksamer Badegast bemerkte die Notlage und alarmierte sofort die Wasserwacht. Die Einsatzkräfte waren innerhalb weniger Minuten vor Ort und zogen die beiden Kinder aus dem Wasser. Sie wurden anschließend vom Rettungsdienst versorgt und zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.
Zweiter Einsatz am Sonntag: Neunjährige in Not
Am Sonntagvormittag kam es dann zu einem weiteren Einsatz an einem See im Landkreis Augsburg. Eine neunjährige Schwimmerin war beim Schwimmen plötzlich von Krämpfen in den Beinen überwunden worden und drohte unterzugehen. Ihre Eltern bemerkten die Notlage und riefen die Wasserwacht. Die Retter erreichten das Mädchen rechtzeitig und brachten es an Land. Die Neunjährige wurde ebenfalls medizinisch betreut und vorsorglich in eine Klinik gebracht. Nach Angaben der Polizei ist ihr Zustand stabil.
Wasserwacht warnt vor Gefahren beim Baden
Die Wasserwacht Bayern nutzt die Vorfälle, um erneut auf die Gefahren beim Baden in natürlichen Gewässern hinzuweisen. „Gerade an Seen gibt es oft Unterströmungen, die auch geübte Schwimmer unterschätzen“, sagte ein Sprecher der Wasserwacht. „Wir appellieren an alle Badegäste, die Sicherheitshinweise zu beachten und Kinder niemals unbeaufsichtigt im Wasser zu lassen.“ Die Retter betonen, dass in diesem Jahr bereits mehrere Badeunfälle in Bayern verzeichnet wurden, bei denen Menschen in Lebensgefahr gerieten.
Statistik: Ertrinken ist häufige Todesursache bei Kindern
Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertrinken in Deutschland jährlich etwa 40 Menschen in Binnengewässern. Bei Kindern zählt Ertrinken zu den häufigsten Unfalltodesursachen. Die Wasserwacht empfiehlt, nur an bewachten Badestellen zu schwimmen und auf die roten Flaggen zu achten. Bei einem Notfall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Die Familie der geretteten Kinder zeigte sich dankbar: „Wir sind unendlich erleichtert, dass unsere Kinder gerettet wurden. Wir danken der Wasserwacht für ihren schnellen Einsatz“, sagte der Vater gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Die Ermittlungen zur genauen Ursache der Vorfälle dauern an, die Polizei geht aber von einem Unglücksfall aus.



