Capri-Sun-Chef räumt Scheitern der Strohhalmpetition ein
Der Chef des Getränkeherstellers Capri-Sun, Hans-Peter Wild, hat das Scheitern der Unterschriftenaktion zur Rückkehr des Plastikstrohhalms eingeräumt. In einem Interview mit der „Rhein-Neckar-Zeitung“ bezeichnete er die Petition als „schlecht gemacht und falsch“. Dennoch verteidigte Wild die grundsätzliche Forderung des Unternehmens, wieder Plastikstrohhalme verwenden zu dürfen.
Capri-Sun hatte mit einer Online-Petition eine Million Unterschriften sammeln wollen, um die EU zu einer Lockerung des Verbots von Einwegplastik zu bewegen. Am Ende kamen jedoch weniger als 170.000 Unterschriften zusammen. „Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei“, sagte Wild. „Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.“
Hintergrund: EU-Verbot von Einwegplastik
Seit 2021 verwendet Capri-Sun aufgrund eines EU-weiten Verbots von Einwegplastikprodukten Papierstrohhalme in seinen klassischen Trinkbeuteln. Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm, was von Umwelt- und Verbraucherschützern scharf kritisiert wird. Kunden hätten sich über den Papierstrohhalm beschwert, da er sich schlechter einstecken lasse, weich werde und zu einem Papiergeschmack führe. Capri-Sun habe den Strohhalm bereits mehrfach überarbeitet.
Wild: Papierstrohhalme sind nicht recycelbar
Wild argumentierte, dass der Capri-Sun-Trinkpack zu 100 Prozent recycelbar sei, die Papierstrohhalme jedoch oft in der Verpackung stecken blieben und so den Recyclingprozess störten. „90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist“, sagte er. Besser wäre es, wenn der Strohhalm aus dem gleichen Kunststoff Polypropylen bestehe wie der Beutel, sodass das gesamte Produkt recycelt werden könne.
Kritik von Umweltschützern
Umwelt- und Verbraucherschützer lehnen die Pläne von Capri-Sun weiterhin ab. Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe bezeichnete den Kampf des Unternehmens für Einweg-Plastikstrohhalme kürzlich als „aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar“ und als „Armutszeugnis“. Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für den Konsum unterwegs gedacht und landeten oft in der Umwelt.
Das Unternehmen hält trotz der gescheiterten Petition an seinem Ziel fest, den Plastikstrohhalm zurückzubringen. Ob die EU eine entsprechende Genehmigung erteilen wird, bleibt abzuwarten.



