Das Passauer Food-Start-up Freda will mit hochwertiger Tiefkühlpizza den Markt erobern und sogar Restaurants Konkurrenz machen. Die Gründer Philipp Kraiss und Christian Mahler, beide ehemalige Manager von Mymuesli, setzen auf handgefertigte Pizzen in Restaurantqualität. Bereits 2023 gegründet, konnte Freda im Herbst 2024 bei der Stiftung Warentest mit der Salami-Pizza „Salami Sensation“ einen Testsieg erringen – Note 2,2, geschmacklich sogar eine 1,0. Der Preis liegt zwischen 6,50 und 12,90 Euro.
Vom Müsli zur Pizza: Die Gründer und ihre Vision
Philipp Kraiss, Mitgründer von Mymuesli, störte sich lange daran, dass es keine wirklich leckeren Fertiggerichte gibt. „Wer etwas Gutes essen will, muss eine Stunde einkaufen und in der Küche stehen – oder ins Restaurant gehen“, sagt Kraiss. Gemeinsam mit Christian Mahler, langjähriger Manager bei Mymuesli, gründete er 2023 Freda. Die Idee: hochwertige, lange haltbare und schnell zubereitete Lebensmittel – eine Art „Bofrost 2.0“. Die ersten Produkte waren handgefertigte Pizzen, die prompt Testsieger der Stiftung Warentest wurden.
Produktion und Vertrieb: Handarbeit aus Passau und Neapel
Freda produziert in einer eigenen Manufaktur in Passau sowie in einem Betrieb bei Neapel, der exklusiv für Freda arbeitet. Der Teig reift 48 Stunden, bevor er von Hand ausgebreitet und belegt wird. „Deshalb hat unsere Tiefkühlpizza Restaurantqualität“, sagt Kraiss. Entwickelt werden die Rezepturen von Filippo Licciardo, Mitglied der deutschen Pizza-Nationalmannschaft. „Filippo kennt alle Kniffe für optimale Teigführung, die besten Zutaten und das Backverfahren“, erklärt Mahler.
Anfangs kämpfte Freda mit technischen Problemen beim Versand: Die Pizza wird mit Trockeneis per DPD Food Express verschickt. „Ist zu viel Trockeneis mit minus 78 Grad im Paket, wird die Pizza zu kalt und kann brechen“, so Kraiss. Inzwischen liegen die Reklamationen im Promillebereich.
Marktposition und Wettbewerb
Freda ist heute außer im eigenen Webshop in allen Filialen von Kaufland und bei Billa Plus in Österreich erhältlich. „Online ist nicht der Kanal, der uns langfristig Profitabilität und Umsatzwachstum bringt“, sagt Mahler. Zwei von drei Pizzen verkauft Freda im stationären Handel. Kaufland zeigt sich zufrieden: „Im Premium-Segment bilden die Produkte für uns eine gute Sortimentsergänzung und werden von unseren Kunden gut angenommen.“
Der Markt für Tiefkühlpizza wächst: Der Gesamtabsatz stieg von 2015 bis 2025 um fast ein Fünftel, Tiefkühlpizza legte um 35,8 Prozent auf knapp 400.000 Tonnen zu, so das Deutsche Tiefkühlinstitut. Der Marktanteil von Premium-Pizza liegt bei etwa elf Prozent, erwartet Werner Motyka von Munich Strategy. „Durch den intensiven Wettbewerb im Premium-Segment wird der Preisdruck weiter zunehmen.“
Wettbewerber wie Gustavo Gusto, das 2024 rund 140 Millionen Euro Umsatz erzielte, oder die Traditionsmarken Dr. Oetker und Wagner ziehen mit eigenen Premium-Linien nach. Kraiss sieht die Konkurrenz gelassen: „Wenn ein Massenproduzent von Günstigpizza plötzlich Premium sein will, ist das für Kunden wenig glaubwürdig.“
Frozen Blocks und Wachstumspläne
Neben Pizza bietet Freda inzwischen rund 50 Tiefkühlprodukte an, darunter Dumplings, Tiramisu und die sogenannten „Frozen Blocks“ – portionierte Mahlzeiten im Baukastensystem wie Chicken Curry oder Bolognese. Besonders gut laufen High-Protein-Pizza und Fitness-Flatbreads. 2025 erzielte Freda einen Umsatz von 4,5 Millionen Euro. Das Ziel für 2026: Menge und Umsatz verdreifachen und im vierten Quartal profitabel sein.
Eine Crowdfunding-Kampagne auf Companisto läuft nach Überzeichnung in die zweite Runde. Das Ziel von 2,2 Millionen Euro ist fast erreicht; die Bewertung liegt bei 16,5 Millionen Euro. Bisher sammelten die Gründer rund fünf Millionen Euro Kapital von Investoren wie Foodlabs, Gorillas-Gründer Kagan Sümer, Gota Ventures und Graphit Neotaste. Jussof Breshna von Graphit Holding ist überzeugt: „Mit Premium-Convenience-Food trifft Freda genau den Zeitgeist.“



