Ein aktueller Artikel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel ist für viele Leser nicht mehr abrufbar. Der Grund: Der übermittelte Link ist entweder älter als 30 Tage oder wurde bereits zehnmal geöffnet. Diese Beschränkung ist Teil des Bezahlmodells SPIEGEL+, das den Zugang zu exklusiven Inhalten regelt.
SPIEGEL+: Kostenpflichtiger Zugang zu Premium-Artikeln
SPIEGEL+ ist ein kostenpflichtiges Abonnement, das Lesern uneingeschränkten Zugriff auf alle Premium-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App bietet. Wer bereits ein Digital-Abo besitzt, kann sich einfach einloggen. Für Neukunden gibt es verschiedene Tarife: Das Monatsabo kostet in den ersten vier Wochen 1 Euro, danach 5,99 Euro pro Woche. Alternativ bietet das Jahresabo einen Rabatt von 25 Prozent, sodass der wöchentliche Preis bei 4,49 Euro liegt, jedoch mit einer Mindestlaufzeit von 52 Wochen.
Vorteile des SPIEGEL+ Abos
Mit einem SPIEGEL+ Abo erhalten Nutzer nicht nur Zugriff auf alle S+-Artikel, sondern auch wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper (PDF) sowie Zugang zum Digital-Archiv und zum S+-Newsletter. Das Abo ist jederzeit kündbar. Für Print-Abonnenten gibt es zudem vergünstigte Digital-Zugänge.
Der gesperrte Artikel ist ein Beispiel für die zunehmende Nutzung von Paywalls bei deutschen Medien. Laut einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW aus dem Jahr 2022 setzen bereits über 60 Prozent der deutschen Tageszeitungen auf Bezahlmodelle im Digitalbereich. Der Spiegel selbst verzeichnete im ersten Quartal 2023 über 500.000 zahlende Digitalabonnenten, wie das Unternehmen mitteilte.
Technische Umsetzung der Zugriffsbeschränkung
Die Beschränkung, dass ein Link nach 30 Tagen oder nach zehn Aufrufen ungültig wird, ist eine technische Maßnahme, um die Exklusivität der Inhalte zu wahren und die Abonnentenzahlen zu steigern. Leser, die auf einen solchen Link stoßen, sehen eine Paywall-Seite mit den verschiedenen Abo-Optionen. Dort können sie auch ihr bestehendes Digital-Abo verwalten oder ein iTunes-Abo wiederherstellen.
„Wir wollen mit SPIEGEL+ hochwertigen Journalismus finanzieren und unseren Lesern gleichzeitig ein faires Angebot machen“, erklärte ein Sprecher des Spiegel-Verlags. Die Preise seien so gestaltet, dass sie für verschiedene Nutzergruppen attraktiv seien.
Alternativen für Leser ohne Abo
Leser, die kein Abo abschließen möchten, können weiterhin auf eine begrenzte Anzahl kostenloser Artikel pro Monat zugreifen. Zudem bietet der Spiegel auf seiner Startseite und in den sozialen Medien weiterhin viele Inhalte ohne Paywall an. Für den Zugriff auf den spezifischen Artikel bleibt jedoch nur der Abschluss eines SPIEGEL+ Abos oder das Einloggen mit einem bestehenden Konto.
Die Paywall-Strategie des Spiegels ist Teil eines Branchentrends, bei dem Verlage versuchen, ihre digitalen Erlöse zu steigern. Laut dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sind die digitalen Umsätze der Zeitungen im Jahr 2022 um 8 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen.



