Die Warenhauskette Galeria überprüft 33 ihrer Filialen auf Rentabilität, darunter den Standort Wismar. Sollten keine tragfähigen Lösungen mit den Vermietern gefunden werden, droht die Schließung. Wismars Bürgermeister Frank Junge (SPD) zeigt sich jedoch optimistisch: „Der Standort war immer profitabel und das wird er auch in Zukunft sein, da bin ich mir sicher.“ Er betont die historische Bedeutung des Hauses als Karstadt-Stammhaus: „Es hat eine übergeordnete Bedeutung.“
Hintergrund: Galeria in der Krise
Galeria hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet, unter anderem wegen der finanziellen Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden bereits neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört die Kette der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma von Bernd Beetz. Ein neuer Kredit von bis zu 160 Millionen Euro von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers soll die Sanierung stützen, ist aber an weitere Schließungen geknüpft.
Bürgermeister fordert Sonntagsöffnung
Frank Junge rief die Landesregierung von Manuela Schwesig (SPD) auf, rechtssichere Sonntagsöffnungszeiten zu ermöglichen: „Damit gerade dann, wenn viele Gäste da sind, dieser Umsatz auch mitgenommen werden kann. Das ist nicht nur wichtig für Galeria, sondern für den gesamten Einzelhandel.“ Die Sonntagsöffnung in Tourismusorten wie Wismar war im Frühjahr vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Greifswald von der Gewerkschaft Verdi angegriffen worden. Das Land strebt nun eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht an.
Liste der betroffenen Standorte
Die 33 Filialen verteilen sich über mehrere Bundesländer, darunter Baden-Württemberg (Freiburg, Heilbronn, Mannheim, Offenburg, Singen), Bayern (Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München-Rotkreuzplatz, Würzburg), Berlin (Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm, Spandau), Brandenburg (Potsdam), Hamburg (Eimsbüttel), Hessen (Bad Homburg, Limburg), Mecklenburg-Vorpommern (Wismar), Niedersachsen (Braunschweig, Oldenburg), Nordrhein-Westfalen (Euskirchen, Kleve, Köln-Breite Straße, Köln-Hohe Straße, Köln-Nippes, Mülheim-Rhein-Ruhr Zentrum, Münster-Salzstraße), Rheinland-Pfalz (Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Speyer) und Sachsen-Anhalt (Magdeburg).
Kriterien und Ausblick
Laut Galeria waren Mietbelastung und Ertragskraft entscheidend für die Auswahl. Geschäftsführer Tilo Hellenbock erklärte: „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten.“ Wann Entscheidungen fallen, ließ eine Sprecherin offen. Alle 83 Filialen sollen Gespräche mit Vermietern führen, da Optimierungspotenzial bestehe. Parallel prüft Galeria Umzüge und Neueröffnungen. Der Konzern beschäftigt rund 12.000 Menschen.



