Illegale Ferienwohnungen in Berlin: Neue EU-Regeln erleichtern Kontrolle
Illegale Ferienwohnungen: Neue EU-Regeln für Berlin

Berlin. Wie viele Wohnungen in der Hauptstadt illegal als Ferienwohnungen genutzt werden, ist bislang unklar. Eine neue EU-Regelung, die im Jahr 2026 in Kraft tritt, soll Abhilfe schaffen. Sie verpflichtet Plattformen wie Airbnb, Booking.com und andere Online-Vermittler, umfassende Daten über ihre Inserate an die zuständigen Behörden zu übermitteln. Damit können illegale Ferienwohnungen künftig deutlich einfacher identifiziert und verfolgt werden.

Hintergrund: Das Problem der illegalen Ferienwohnungen in Berlin

In Berlin ist die Vermietung von Wohnraum an Touristen streng reglementiert. Seit 2018 gilt das Zweckentfremdungsverbot, das die Umwandlung von Mietwohnungen in Ferienwohnungen ohne Genehmigung untersagt. Dennoch gibt es Schätzungen zufolge tausende Wohnungen, die illegal über Plattformen wie Airbnb angeboten werden. Die Dunkelziffer ist hoch, da die Kontrolle schwierig ist. Bisher waren die Behörden auf Hinweise aus der Nachbarschaft oder aufwändige manuelle Recherchen angewiesen.

Neue EU-Verordnung: Transparenz für Ferienwohnungen

Die neue EU-Verordnung, die ab 2026 gilt, verlangt von Vermittlungsplattformen, dass sie für jede angebotene Unterkunft die Adresse, die Anzahl der vermietbaren Nächte und die Registrierungsnummer des Gastgebers an die nationale Datenbank melden. Diese Daten werden dann mit den lokalen Meldebehörden geteilt. In Berlin können die Bezirksämter so automatisiert prüfen, ob eine Ferienwohnung legal angemeldet ist. „Wir erwarten uns davon einen deutlichen Schub bei der Bekämpfung illegaler Ferienwohnungen“, sagt ein Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

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Auswirkungen auf Vermieter und Plattformen

Für Vermieter bedeutet die neue Regelung mehr Bürokratie: Sie müssen künftig eine gültige Registrierungsnummer bei der Plattform hinterlegen. Fehlt diese, darf die Plattform die Unterkunft nicht mehr anbieten. Plattformen wie Airbnb und Booking müssen zudem sicherstellen, dass die Daten korrekt sind. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen – bis zu 500.000 Euro in Deutschland. Die neuen Regeln gelten für die gesamte EU, sodass auch andere Städte wie Paris, Amsterdam oder Barcelona von der Transparenz profitieren.

Reaktionen aus der Politik und der Tourismusbranche

Die Berliner SPD-Fraktionsvorsitzende für Bauen und Wohnen, Katrin Schmidberger, begrüßt die Neuerung: „Endlich haben wir ein wirksames Instrument, um gegen die illegale Zweckentfremdung von Wohnraum vorzugehen. Das schützt den angespannten Berliner Wohnungsmarkt.“ Auch der Hotelverband Deutschland (IHA) zeigt sich zufrieden: „Illegale Ferienwohnungen verzerren den Wettbewerb und entziehen dem Fiskus Steuern. Die EU-Regelung ist ein wichtiger Schritt zur Markttransparenz.“

Kritik kommt von Vermieterverbänden. Der Bundesverband der Kurzzeitvermietung befürchtet bürokratische Hürden für private Gastgeber. „Viele kleine Vermieter werden die Registrierung als zu aufwändig empfinden und ihr Angebot zurückziehen“, warnt Verbandssprecherin Julia Müller. „Das schadet dem Tourismus und den Gästen, die auf günstige Alternativen zu Hotels angewiesen sind.“

Umsetzung in Berlin: Was sich konkret ändert

In Berlin müssen Vermieter von Ferienwohnungen bereits jetzt eine Genehmigung beim Bezirksamt beantragen. Die neue EU-Regelung ergänzt das bestehende System: Die Bezirke erhalten Zugriff auf die Meldedaten der Plattformen und können so gezielt gegen illegale Anbieter vorgehen. Die Senatsverwaltung plant, die Kontrollen zu verstärken und zusätzliches Personal einzustellen. „Wir werden die Daten nutzen, um Verstöße konsequent zu ahnden“, so der Sprecher. Die Regelung tritt voraussichtlich im Juli 2026 in Kraft.

Fazit: Mehr Transparenz, aber auch Herausforderungen

Die neue EU-Verordnung verspricht mehr Kontrolle über den Markt der Ferienwohnungen. Für Berlin bedeutet das eine Chance, den Wohnungsmarkt zu entlasten und illegale Vermietungen einzudämmen. Allerdings müssen die Behörden die neuen Daten auch effizient auswerten können. Zudem bleibt abzuwarten, wie die Plattformen und Vermieter auf die strengeren Regeln reagieren. Fest steht: Die Zeiten der anonymen Ferienwohnungsvermietung in Berlin sind bald vorbei.

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