Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat im zweiten Quartal 2026 einen Absatzanstieg verzeichnet, enttäuschte jedoch die Erwartungen der Anleger. Der Aktienkurs fiel am Donnerstag zeitweise um 7,3 Prozent – der größte Tagesverlust seit 2020, wie Bloomberg meldet.
Absatzplus durch höhere Werbeausgaben
Die verkaufte Menge stieg im zweiten Quartal um 1,8 Prozent, nach einem Plus von 1,2 Prozent im Vorquartal. Dies teilte der Hersteller von Nespresso, Maggi und Kitkat am Donnerstag mit. Grund für die Belebung sind deutlich erhöhte Werbeausgaben, die Verbraucher weltweit wieder verstärkt zu Nestlé-Produkten greifen lassen.
Zusätzlich zu den Volumensteigerungen setzte Nestlé Preiserhöhungen von 1,9 Prozent durch, sodass das organische Wachstum insgesamt 3,7 Prozent betrug. Allerdings dämpften negative Währungseffekte den Umsatz: Er stieg im zweiten Quartal nur leicht auf 21,7 Milliarden Franken.
Analysten sehen Gewinnmitnahmen
Seit Jahresbeginn hatte sich der zuvor schwache Aktienkurs von Nestlé bis Mittwoch um 12,7 Prozent erholt. Nach dieser Rally reichen die Absatzsteigerungen aus Sicht von Barclays-Analyst Warren Ackerman nicht aus. „Die Gewinnmitnahmen an der Börse sind für mich keine Überraschung“, sagte Ackerman. Analysten der Bank UBS wiesen zudem darauf hin, dass ohne den Sondereffekt eines Pensionsplans die operative Marge gesunken wäre.
Ausgliederung des Mineralwassergeschäfts
Analysten begrüßten indes, dass Nestlé einen Partner für das schwächelnde Mineralwassergeschäft gefunden hat. Der Konzern gliedert die Sparte mit Marken wie Perrier aus. Details zur Partnerschaft wurden noch nicht bekannt gegeben. Nestlé-Chef Philipp Navratil verfolgt eine Wachstumsstrategie, die erste Früchte trägt, aber noch unter den Erwartungen der Anleger liegt.



