Die Berliner Modedesignerin Ruth Boecker, bekannt unter ihrem Spitznamen „Uhle“, schließt Ende August ihre langjährige Boutique „Uhle-Design“ in der Reichsstraße 104 in Berlin-Westend. Der Räumungsverkauf hat bereits begonnen. Die Unternehmerin beklagt, dass in der gesamten Straße „die Mieten zu hoch und die Umsätze vor allem durch den Online-Handel gesunken“ seien.
Ein Rückzugsort für individuelle Mode seit 1988
Seit 1988 verkauft Boecker in der Reichsstraße Damenmode, die sie selbst entwirft. Über Jahrzehnte hinweg hat sie sich eine treue Kundschaft aufgebaut, die ihre individuellen Stücke und die persönliche Beratung schätzte. Doch nun zieht sie sich zurück – mit Wehmut, wie sie sagt. Die besten Zeiten der mittelständisch geprägten Einkaufsmeile seien vorbei.
Die Auswirkungen des Strukturwandels im Einzelhandel
Die Schließung von „Uhle-Design“ ist ein weiteres Beispiel für den Strukturwandel im stationären Einzelhandel. Immer mehr kleine Geschäfte haben mit den steigenden Mieten in beliebten Wohnlagen und der Konkurrenz durch Online-Händler zu kämpfen. Die Reichsstraße in Berlin-Westend, einst eine lebendige Einkaufsstraße, verliert damit ein weiteres traditionsreiches Geschäft.
Ein Abschied mit Bedauern
Ruth Boecker bedauert die Entwicklung. Sie betont, dass die Einkaufsmeile ihre Attraktivität verloren habe. Der Einzelhandel vor Ort könne nicht mehr mit den niedrigeren Preisen und der Bequemlichkeit des Online-Shoppings mithalten. Dennoch hofft sie, dass ihre langjährigen Kunden den Räumungsverkauf noch einmal nutzen, um sich mit ihren Designs einzudecken.
Die Zukunft der Räumlichkeiten an der Reichsstraße 104 ist ungewiss. Es bleibt abzuwarten, ob sich ein neuer Mieter findet, der das Ladenlokal übernimmt. Für die Anwohner und Stammkunden von „Uhle-Design“ ist die Schließung ein herber Verlust – ein Stück Berliner Modegeschichte verschwindet.



