Volkswagen hat seine Dienstwagenregelungen zum 1. Juni massiv verschärft. Bislang konnten Mitarbeiter ihre Firmenwagen relativ frei nutzen, doch nun greift der Konzern durch – vor allem bei Privatfahrten. So ist es nicht mehr erlaubt, den Dienstwagen an Dritte zu verleihen, etwa für Urlaubsfahrten. Auch die Nutzung der Tank- und Ladekarten durch Dritte wird untersagt.
Hintergrund: Sparzwang und Missbrauch
Die neuen Regeln sind Teil eines Sparkurses bei VW. Ein Konzernsprecher begründete die Maßnahmen mit „gestiegenen Kraftstoffpreisen“ und dem Ziel, „Nutzungsmuster zu vermeiden, die nicht dem Regelungszweck entsprechen“. Konkret geht es darum, Missbrauch zu unterbinden. Bislang waren die Regeln sehr tolerant – offenbar zum Nachteil des Unternehmens.
In Wolfsburg kursiert ein besonders krasser Fall: Ein Mitarbeiter soll seinen California-Campingbus für eine dreiwöchige Europa-Tour an den Nachwuchs verliehen haben – inklusive Tankkarte. „Es ist schade, dass durch schwarze Schafe die gesamte Belegschaft Nachteile hinnehmen muss“, zitiert BILD einen Konzernangehörigen. Der Betriebsrat hat die neuen Richtlinien offiziell bestätigt.
Weitere Einschränkungen
Neben dem Verleihverbot gibt es weitere Neuerungen: PS-starke Modelle wie GTI, GTX und R dürfen von Personen unter 23 Jahren nur noch in Begleitung des Dienstwagennutzers gefahren werden. Zudem wurde ein monatliches Limit für Außenwäschen auf vier Fahrten festgelegt. Premiumwäschen, die mehr als 17 Euro kosten, sind ebenso untersagt wie Premiumkraftstoffe. Die Tank- und Ladekarte „Charge & Fuel“ darf ausdrücklich nicht an Dritte weitergegeben werden.
Auswirkungen auf die Belegschaft
Die strengeren Regeln treffen die rund 120.000 Mitarbeiter, die einen Dienstwagen nutzen. Bisher konnten sie das Fahrzeug auch für längere Privatfahrten nutzen und an Familienmitglieder verleihen. Das ist nun nicht mehr möglich. „Berechtigte“ dürfen den Wagen zwar weiterhin privat fahren, aber nicht mehr dauerhaft nutzen – etwa für einen kompletten Urlaub. VW hofft, durch die Maßnahmen jährlich mehrere Millionen Euro einzusparen.



