Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Berliner Multi-Unternehmer Maximilian Jäger, erst 31 Jahre alt, hat sich in der Hauptstadt ein komplexes Wirtschaftsimperium aufgebaut. Im Interview mit Bezirksreporterin Iris May spricht er über seinen Werdegang, die aktuelle Krisenstimmung am Berliner Immobilienmarkt und mögliche Lösungsansätze. Seine Botschaft an die Stadt: „Berlin muss aufwachen!“
Vom Startup zum Imperium
Jäger begann seine Karriere mit einem kleinen Startup in Berlin-Mitte. Innerhalb weniger Jahre baute er ein Netzwerk aus Unternehmen in den Bereichen Immobilien, Technologie und Gastronomie auf. Heute beschäftigt er über 200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro. Sein Headquarter in Charlottenburg-Wilmersdorf ließ er selbst entwerfen – inklusive eines markanten Empfangsdesks, das seine Vision von moderner Arbeitskultur widerspiegelt.
Krisenstimmung auf dem Immobilienmarkt
Doch die Stimmung in der Branche ist gedrückt. Steigende Zinsen, hohe Baukosten und bürokratische Hürden belasten den Berliner Immobilienmarkt. „Viele Investoren ziehen sich zurück oder verlagern ihre Aktivitäten in andere Städte“, so Jäger. „Das spüren wir deutlich. Berlin verliert an Attraktivität als Wirtschaftsstandort.“ Nach seinen Angaben sind die Baugenehmigungen in der Hauptstadt im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Neubauprojekte ist rückläufig, während die Mietpreise weiter steigen.
„Berlin muss aufwachen“
Jäger appelliert an die Politik: „Berlin muss aufwachen! Wir brauchen schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Regulierung und mehr Anreize für Investoren. Sonst verlieren wir den Anschluss an andere Metropolen wie München oder Hamburg.“ Er fordert eine Reform des Baurechts und eine Digitalisierung der Verwaltung, um Prozesse zu beschleunigen. „Es kann nicht sein, dass ein Bauantrag zwei Jahre braucht, bis er bearbeitet wird“, kritisiert er.
Mögliche Auswege
Der Unternehmer sieht dennoch Chancen: „Berlin hat ein enormes Potenzial – junge Talente, eine lebendige Kulturszene und eine wachsende Bevölkerung. Wir müssen diese Stärken nutzen, um die Krise zu überwinden.“ Er empfiehlt eine stärkere Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, etwa durch Public-Private-Partnerships. Auch innovative Wohnkonzepte wie modulares Bauen oder Co-Living-Modelle könnten helfen, den Wohnungsmangel zu lindern. „Wir müssen neue Wege gehen, statt an alten Mustern festzuhalten“, so Jäger.
Persönliche Erfolgsrezepte
Auf die Frage nach seinem persönlichen Erfolgsrezept antwortet Jäger: „Disziplin, Leidenschaft und ein gutes Netzwerk. Man muss bereit sein, Risiken einzugehen, aber auch aus Fehlern zu lernen.“ Er selbst habe in seiner Karriere einige Rückschläge erlebt, aber immer wieder aufgestanden. „Wichtig ist, sich nicht entmutigen zu lassen und langfristig zu denken.“
Der Multi-Unternehmer plant, sein Imperium weiter auszubauen. „Ich bin optimistisch, dass Berlin sich fangen wird. Aber es braucht jetzt entschlossenes Handeln – von der Politik und von uns Unternehmern.“



