Der Berliner Senat hat am Dienstag ein neues Wohnungsbauprogramm beschlossen, das den Bau von 10.000 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2026 vorsieht. Das gab Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) bekannt. Das Programm umfasst sowohl öffentlich geförderte als auch frei finanzierte Wohnungen.
Hintergrund des Programms
Der angespannte Wohnungsmarkt in Berlin erfordert dringend zusätzlichen Wohnraum. Die Mieten sind in den letzten Jahren stark gestiegen, und die Leerstandsquote liegt bei unter einem Prozent. Laut Geisel ist das neue Programm ein wichtiger Schritt, um die Wohnungsnot zu lindern.
Details des Bauprogramms
Von den 10.000 geplanten Wohnungen sollen 6.000 im öffentlich geförderten Bereich entstehen, die restlichen 4.000 auf dem freien Markt. Die Baukosten werden auf insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro geschätzt. Die Finanzierung erfolgt aus Landesmitteln sowie aus Bundes- und EU-Fördertöpfen.
„Mit diesem Programm schaffen wir nicht nur Wohnraum, sondern auch bezahlbaren Wohnraum für die Berlinerinnen und Berliner“, sagte Geisel. Besonders Familien und Menschen mit niedrigem Einkommen sollen profitieren.
Standorte und Zeitplan
Die neuen Wohnungen sollen an verschiedenen Standorten in ganz Berlin entstehen, darunter in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Der Baubeginn ist für Anfang 2025 geplant, die Fertigstellung soll bis Ende 2026 erfolgen.
Reaktionen
Die Opposition im Abgeordnetenhaus kritisierte das Programm als unzureichend. Der wohnungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Gräff, sagte: „10.000 Wohnungen in zwei Jahren sind zu wenig. Wir brauchen ein deutlich ambitionierteres Programm, um die Krise zu bewältigen.“ Auch die Initiative „Stadt von unten“ forderte mehr Engagement beim sozialen Wohnungsbau.
Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt
Experten erwarten, dass das Programm den Anstieg der Mieten bremsen, aber nicht stoppen wird. Der Immobilienökonom Lars Vandrei vom Institut für Stadtforschung erklärte: „10.000 zusätzliche Wohnungen sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Berlin bräuchte jährlich mindestens 20.000 neue Wohnungen, um den Bedarf zu decken.“



