Fehmarnsundbrücke: Bundesrechnungshof warnt vor Kostenexplosion
Fehmarnsundbrücke: Kostenexplosion droht

Bundesrechnungshof warnt vor hohen Kosten bei Fehmarnsundbrücke

Der Bundesrechnungshof hat vor erheblichen Mehrkosten beim Ausbau der Bahntrasse von Hamburg nach Kopenhagen gewarnt. Besonders die geplante Fehmarnsundbrücke bereitet Sorgen. Ein Tunnel bis nach Fehmarn verzögert sich, und eine Zwischenlösung könnte viele Millionen Euro kosten.

Provisorische Lösung als Kostenfalle

Laut einem Bericht des Bundesrechnungshofes, der dem SPIEGEL vorliegt, droht eine „erhebliche Kostensteigerung“. Ursprünglich war ein Tunnel unter dem Fehmarnsund geplant, der die Insel Fehmarn mit dem Festland verbinden soll. Dieser Tunnel ist Teil der festen Fehmarnbelt-Querung nach Dänemark. Doch die Bauarbeiten verzögern sich, und nun wird über eine provisorische Brückenlösung nachgedacht. Diese könnte nach Schätzungen des Bundesrechnungshofes zwischen 100 und 200 Millionen Euro kosten – zusätzlich zu den bereits veranschlagten Milliarden.

Denkmalschutz erschwert Planung

Die bestehende Fehmarnsundbrücke steht unter Denkmalschutz, was die Planung einer Zwischenlösung erschwert. Der Bundesrechnungshof zweifelt an der Wirtschaftlichkeit einer provisorischen Brücke. „Die Kosten-Nutzen-Analyse ist fragwürdig“, heißt es in dem Bericht. Statt einer teuren Interimslösung sollte der Tunnelbau priorisiert werden, um weitere Verzögerungen und Kosten zu vermeiden.

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Projekt von nationaler Bedeutung

Die Bahntrasse von Hamburg nach Kopenhagen ist ein zentrales Projekt der europäischen Verkehrsinfrastruktur. Sie soll die Reisezeit zwischen den beiden Städten deutlich verkürzen und den Güterverkehr auf die Schiene verlagern. Die Gesamtkosten für die feste Fehmarnbelt-Querung werden auf rund 7,5 Milliarden Euro geschätzt. Der Bund trägt einen Großteil der Finanzierung. Sollten die Kosten weiter steigen, könnte dies den Bundeshaushalt belasten.

Kritik an der Planung

Der Bundesrechnungshof kritisiert zudem die mangelnde Transparenz bei der Kostenentwicklung. „Die zuständigen Stellen müssen die Öffentlichkeit rechtzeitig über Kostensteigerungen informieren“, so der Bericht. Die Behörde fordert ein effektiveres Kostenmanagement, um eine unkontrollierte Ausgabenentwicklung zu verhindern.

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