IW-Studie: Mieten in Deutschland im zweiten Quartal deutlich gestiegen
IW: Mieten im zweiten Quartal deutlich gestiegen

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sind die Mieten in Deutschland im zweiten Quartal 2024 deutlich gestiegen. Die Angebotsmieten lagen bundesweit 4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark fiel der Anstieg in Großstädten außerhalb der größten Metropolen aus: Hier betrug der Zuwachs 4,9 Prozent.

Starke regionale Unterschiede bei den Mietpreisen

Die Entwicklung variiert erheblich zwischen den einzelnen Städten. In Köln kletterten die Angebotsmieten um 7,9 Prozent, in Hamburg um 5,5 Prozent. Deutlich geringer fielen die Steigerungen in Stuttgart mit plus 0,9 Prozent und Berlin mit plus 1 Prozent aus. Das Mietangebot ist vielerorts stark geschrumpft: Die Zahl der Inserate liegt knapp 12 Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022. Besonders ausgeprägt ist die Verknappung in vielen Großstädten. In Hamburg wurde das Mietangebot mehr als halbiert, in Frankfurt am Main gibt es 43 Prozent weniger Inserate.

Ursachen für die Verknappung des Mietangebots

IW-Immobilienökonom Pekka Sagner sieht einen wesentlichen Grund für die angespannte Lage: „Viele Menschen verbleiben in Wohnungen, die nicht zu ihrer Lebenssituation passen und zu groß oder zu klein sind, weil sie ihre günstigen Mieten nicht aufgeben wollen.“ Dies führe zu einer geringeren Fluktuation und damit zu einem knapperen Angebot.

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Kaufmarkt: Moderate Preissteigerungen bei steigendem Angebot

Anders sieht die Lage auf dem Kaufmarkt aus. Die Preise stiegen laut Auswertung nur moderat. Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich bundesweit jeweils um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch hier sind die Unterschiede groß: In Dortmund zogen die Preise um 5 Prozent an, während sie in München um 1,9 Prozent zurückgingen. Das Kaufangebot ist seit der Zinswende deutlich gewachsen. Laut IW werden gegenüber dem ersten Quartal 2022 bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. Sagner erklärte: „Die Ausweitung ist vor allem Ausdruck der gesunkenen Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands.“

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