Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) leitet ein Prüfverfahren gegen den Gabelstaplerhersteller Jungheinrich ein. Gegenstand der Untersuchung ist die Halbjahresbilanz des Unternehmens aus dem Jahr 2025. Die Behörde teilte am Dienstag mit, dass konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen Bilanzierungsvorschriften vorlägen.
Bewertung von Mietgeräten und Vorräten im Fokus
Im Zentrum der Prüfung steht die Bewertung von Vermögenswerten, insbesondere von Mietgeräten und Vorräten. Diese könnten im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Russland-Geschäfts fehlerhaft bewertet worden sein. Die Ankündigung der Bafin führte zu einem Kursrutsch der Jungheinrich-Aktie: Auf der Handelsplattform Tradegate verlor das Papier knapp fünf Prozent an Wert.
Jungheinrich bestätigt Austausch mit der Bafin
Jungheinrich reagierte umgehend auf die Ankündigung und bestätigte, dass der Konzern mit der Bafin im Austausch stehe. Das Unternehmen hatte seine Russland-Tochter Jungheinrich Lift Truck OOO im Juli 2025 mit Verlust an einen russischen Finanzinvestor verkauft. Infolgedessen hatte der Gabelstaplerhersteller seine Gewinnerwartungen deutlich gesenkt.
Die Bafin-Prüfung könnte weitreichende Folgen haben. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen dem Unternehmen Sanktionen und möglicherweise eine Neubewertung seiner Bilanz. Analysten sehen die Aktie unter Druck, da Unsicherheit über die finanzielle Lage des Konzerns entsteht.



