Die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag hat einen Antrag eingebracht, der den Aufbau einer digitalen Patientenplattform auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) vorsieht. Ziel ist es, Patienten besser durch das Gesundheitswesen zu lotsen und insbesondere die Situation in ländlichen Regionen sowie für ältere Menschen zu verbessern.
Hintergrund: Überlastete Notaufnahmen und fehlende Hausärzte
Angesichts unbesetzter Hausarztstellen, langer Wartezeiten und überfüllter Notaufnahmen schlägt das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine zukunftsweisende Initiative für die Gesundheitsversorgung vor. In dem Antrag wird die sächsische Landesregierung aufgefordert, eine entsprechende Plattform auf KI-Basis zu entwickeln und bestehende Systeme wie die elektronische Patientenakte (ePA) und das E-Rezept zu verknüpfen.
„Besondere Herausforderungen bestehen im ländlichen Raum und im Zuge des demografischen Wandels. Viele ältere und chronisch kranke Menschen leben allein und stoßen bei der Orientierung im Gesundheitssystem an Grenzen“, heißt es in der Begründung des Antrags. Bisherige digitale Angebote scheiterten oft an technischer Komplexität, Unübersichtlichkeit und fehlender Vernetzung.
KI als Unterstützung, nicht als Ersatz
Fraktionschef Ronny Kupke betonte: „Künstliche Intelligenz kann und darf Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann den Alltag von Patientinnen und Patienten und Angehörigen enorm erleichtern. Wenn medizinische Befunde verständlich in Alltagssprache übersetzt werden, die App an die Medikamenteneinnahme erinnert und eine smarte Ersteinschätzung Notaufnahmen vor unnötigen Überlastungen bewahrt, gewinnen alle.“
Allerdings dürfe man ältere und digital weniger erfahrene Menschen nicht abhängen, so Kupke weiter. Echte Digitalisierung funktioniere nur, wenn sie barrierefrei ist und durch persönliche Unterstützung vor Ort ergänzt werde.
App als digitaler Lotse
Der BSW-Antrag sieht vor, dass die Regierung gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung, der Ärztekammer, den Krankenhäusern und den Pflegekassen eine Gesamtstrategie ausarbeitet. Kernstück soll eine auch von Senioren nutzbare und barrierefreie App sein, die Daten verständlich darstellt, Symptomtagebücher ermöglicht und als digitaler Lotse fungiert. Diese App soll Beschwerden einordnen und an die passende Stelle – etwa den Hausarzt, Bereitschaftsdienst oder die Notaufnahme – verweisen.
Der Antrag zielt darauf ab, die Effizienz des Gesundheitssystems zu steigern und gleichzeitig die Patientenzufriedenheit zu erhöhen. Die BSW-Fraktion erhofft sich von der Plattform eine Entlastung der medizinischen Fachkräfte und eine bessere Versorgung, insbesondere in strukturschwachen Gebieten.



