EVG warnt: Italo-Einstieg könnte 16 Städte vom Fernverkehr abkoppeln
EVG: Italo-Einstieg gefährdet Fernverkehr in 16 Städten

EVG warnt vor negativen Folgen des Italo-Markteintritts

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) schlägt Alarm: Der geplante Einstieg des italienischen Zugbetreibers Italo in den deutschen Fernverkehr könnte dazu führen, dass mindestens 16 Städte ihre Anbindung an das ICE- und IC-Netz verlieren. Dies geht aus einer Analyse der Gewerkschaft hervor, die der „Bild am Sonntag“ vorliegt.

Italo plant ab 2028 auf Hauptstrecken

Italo will ab 2028 mit 30 Zügen in den deutschen Markt einsteigen, vor allem auf den profitablen Strecken München-Dortmund und München-Hamburg. EVG-Chef Martin Burkert kritisiert: „Wenn Italo hier Rosinenpickerei betreiben darf und die Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, zerlegt das unseren Fernverkehr.“ Die Deutsche Bahn könne dann weniger Quersubventionierung für weniger rentable Strecken in der Provinz leisten. „Städte werden abgehängt, Wege werden länger“, warnte Burkert. Fahrgäste müssten dann mit langsamen Regionalzügen zu einem Fernbahnhof pendeln.

Mischkalkulation gefährdet

Die EVG argumentiert, dass die Deutsche Bahn viele Orte nur deshalb an den Fernverkehr anbinde, weil dies politisch gewollt sei, obwohl sich die Verbindungen nicht rechneten. Dies funktioniere nur durch eine Mischkalkulation mit den profitablen Hauptstrecken. Wenn die Bahn dort weniger Verbindungen anbieten könne, sei dies nicht mehr möglich.

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Betroffene Städte im Überblick

Laut EVG-Analyse würde ein Italo-Markteintritt an folgenden Bahnhöfen massive Auswirkungen haben: Aachen, Augsburg, Bamberg, Chemnitz, Cottbus, Freiburg, Ingolstadt, Jena, Magdeburg, Münster, Norddeich Mole, Osnabrück, Rostock, Saarbrücken, Schwerin und Singen. In Trier würde eine geplante IC-Anbindung entfallen.

EVG fordert Paketlösungen

Burkert sieht Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in der Pflicht: „Der Verkehrsminister darf nicht einfach die Hände in den Schoß legen, sondern muss den Wettbewerb fair gestalten.“ Der EVG-Vorsitzende fordert Paketlösungen bei der Streckenzuteilung, mit denen Italo verpflichtet wird, auch Zuglinien in der Provinz zu bedienen: „Wer auf den Hauptstrecken ordentlich Kasse machen will, darf sich nicht zu fein sein, um Städte wie Schwerin, Augsburg oder Jena anzufahren.“

Wachsende Konkurrenz für die Bahn

Italo ist nicht der einzige neue Konkurrent für die Deutsche Bahn: Auch Flixtrain will sein Angebot massiv ausweiten. Der Dreikampf auf der Schiene zeichnet sich ab.

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