Gastkommentar: German Deal für Innovation – Europas Technologie braucht mehr Kapital
German Deal für Innovation: Europas Technologie braucht Kapital

Stefan Wintels, CEO der KfW-Bankengruppe, fordert in einem Gastkommentar einen „German Deal for Innovation“, um Europas Technologieunternehmen den Sprung vom Start-up zum Scale-up zu erleichtern. Europa bringe weltweit führende Technologien in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Klimainnovation und Industriesoftware hervor, doch beim Zugang zu Wachstumskapital hapere es.

Die Herausforderung: Kapitalmangel in der Scale-up-Phase

„Wir sind gut darin, Ideen zu generieren, müssen sie aber zu global wettbewerbsfähigen Unternehmen skalieren, die in Europa bleiben und wachsen“, schreibt Wintels. Sobald vielversprechende Unternehmen den Übergang vom Start-up zum Scale-up vollziehen, werde der Zugang zu Wachstumskapital aus Deutschland und Europa stark eingeschränkt. Deutschland investiere weiterhin nur rund 0,3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Venture- und Wachstumskapital, verglichen mit etwa 1,0 Prozent in den USA. Besonders bei Finanzierungsrunden ab 15 Millionen Euro sinke der Anteil inländischen Kapitals deutlich, während internationale Investoren – insbesondere aus den USA – zunehmend dominierten.

Bisherige Maßnahmen und ihre Grenzen

Die Bundesregierung habe 2021 den Zukunftsfonds gestartet, um diese Lücke zu schließen. Seit 2023 managt KfW Capital den Wachstumsfonds Deutschland mit über einer Milliarde Euro Volumen. Dennoch bleibe die Herausforderung groß. Europäische institutionelle Investoren seien im Bereich Venture- und Growth-Kapital weiterhin stark unterallokiert, obwohl die Asset-Klasse Venture-Capital in Deutschland attraktiv sei: Europas VC-Fonds erzielten langfristig höhere oder vergleichbare Renditen wie US-Fonds, bei großem Talentpool, starker Tech-Gründungspipeline und wachsendem Marktanteil. Gleichzeitig bestehe Nachholbedarf, sodass zusätzliches Kapital überdurchschnittliche Chancen biete.

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Die Lösung: Ein German Deal for Innovation

Wintels plädiert für einen „German Deal for Innovation“, der gezielt Anreize für private und institutionelle Investoren schaffen soll, mehr Kapital in deutsche und europäische Tech-Unternehmen zu lenken. Dazu gehören steuerliche Anreize, die Mobilisierung von Pensionskassen und Versicherungen sowie eine Stärkung der Risikokapitalinfrastruktur. Nur so könne Europa seine Technologieführerschaft behaupten und verhindern, dass vielversprechende Start-ups ins Ausland abwandern oder von US-Investoren übernommen werden.

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