Kanada bestellt zwölf U-Boote der Klasse 212CD von TKMS
Kanada bestellt zwölf U-Boote der Klasse 212CD

Der deutsche U-Boot-Hersteller Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) hat einen Milliardenauftrag aus Kanada erhalten: Bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD sollen nach Nordamerika geliefert werden. Die Boote gelten als die leisesten der Welt und sind speziell für den Einsatz in der Arktis konzipiert.

Gemeinsames Projekt mit Norwegen

Bei der U-Boot-Klasse 212CD, kurz für Common Design, handelt es sich um ein Hightech-Projekt von Deutschland und Norwegen. Ziel der Ingenieure war die Entwicklung des leisesten U-Boots der Welt. Der Entwurf wurde grundlegend überarbeitet und umfasst technische Neuerungen, die eine Ortung erschweren sollen. Dazu zählen ein Antrieb mit Lithium-Ionen-Akkumulatoren, eine akustische Entkopplung sowie eine optimierte Hydrodynamik. Nach Angaben der Hersteller gehört das 212CD damit zu den leisesten U-Booten weltweit. Nun steigt auch Kanada in das Rüstungsprojekt ein.

Technische Daten der Klasse 212CD

Die Klasse 212CD bricht mit traditionellen U-Boot-Designs. Statt des üblichen runden Rumpfes setzen die Ingenieure von TKMS auf einen flachen, kantigen Rumpf, den sogenannten „Diamant-Rumpf“. Diese Bauweise soll Schallwellen eines gegnerischen Sonars streuen, sodass sie nicht direkt zum Sender zurückkehren. Das Boot ist 73 Meter lang, zehn Meter breit und 13 Meter hoch. Die Verdrängung liegt bei rund 2500 Tonnen. Trotz des um 17 Meter längeren Rumpfes im Vergleich zum Vorgänger 212A kommt das Boot mit einer Stammbesatzung von rund 30 Personen aus. Laut TKMS ist dies durch einen hohen Grad an Automatisierung möglich.

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Spezielle Anpassungen für die Arktis

Die U-Boote sind laut TKMS speziell für den Einsatz in der Arktis und unter Eis ausgelegt. Zur Verringerung der Signatur tragen schallabsorbierende Matten auf der Außenhaut sowie der Einsatz von amagnetischem Stahl bei. Dadurch soll auch die Ortung mit Magnetanomaliedetektoren erschwert werden.

Lithium-Ionen-Akkus als technologischer Meilenstein

Beim Antrieb setzt die Klasse 212CD auf neue Technik: Anstelle von Blei-Säure-Akkumulatoren kommen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz. Sie speichern bei vergleichbarem Platzbedarf mehr Energie und können schneller geladen werden. Dadurch muss das U-Boot den Schnorchel nur kurz ausfahren, um die Dieselgeneratoren zu nutzen. Laut dem Fachportal „hartpunkt“ verkürzt sich dadurch die Zeit, in der das Boot an der Wasseroberfläche geortet werden kann. Lithium-Ionen-Batterien können zudem große Strommengen schnell bereitstellen und ermöglichen längere Fahrten mit höherer Geschwindigkeit unter Wasser. Sie benötigen wenig Wartung und behalten ihre Leistung auch nach vielen Ladezyklen. Die Batteriemodule wurden für militärische Anforderungen ausgelegt, sind gegen Erschütterungen und Druckwellen getestet und werden elektronisch überwacht, um Defektausbreitung zu verhindern.

Lautlose Schleichfahrt mit Brennstoffzellen

Für geräuscharme Einsätze nutzt die Klasse 212CD ein luftunabhängiges Antriebssystem auf Basis von PEM-Brennstoffzellen. Dabei reagieren Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser, ohne Verbrennung oder bewegliche Teile, was eine geringe Geräuschentwicklung ermöglicht. Das U-Boot kann so lange getaucht bleiben, ohne den Dieselantrieb zu nutzen. Zur akustischen Entkopplung tragen auch elastische Lagerungen von Maschinen und Einrichtungen bei („Box in Box“-Prinzip), die Schwingungen reduzieren. Der neu konstruierte siebenflügelige Sichelpropeller aus einer speziellen Bronzelegierung verringert Kavitation, selbst bei höheren Geschwindigkeiten. Nach Angaben der Entwickler liegt der Geräuschpegel unter dem natürlichen Hintergrundrauschen des Meeres, was die Ortung zusätzlich erschwert.

Wirtschaftlicher Erfolg für TKMS

Die Entwicklung der Klasse 212CD wirkt sich wirtschaftlich aus: Kanada bestellt zwölf U-Boote auf Basis des Entwurfs, um seine Flotte für Einsätze in der Arktis und im Pazifik zu erneuern. Mit dem kanadischen Auftrag umfasst das Programm insgesamt 24 U-Boote. Zuvor hatten Deutschland und Norwegen jeweils sechs Einheiten bestellt.

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