Spektakulär gescheiterte Sprengungen: Von schiefen Türmen bis zur Tragödie
Spektakulär gescheiterte Sprengungen: Ein Überblick

Am Sonntag sollte eine marode Brücke der Autobahn 45 im Sauerland mit 160 Kilogramm Sprengstoff zum Einsturz gebracht werden. Doch nachdem sich der Staub gelegt hatte, standen vier der zwölf Stützen und ein Teil der Platte noch. Erst ein zweiter Sprengversuch brachte die Reste zu Boden – mit erheblicher Verspätung. Dieses Bauwerk ist nicht das erste, das den Plänen der Sprengmeister trotzte. Ein Überblick über spektakulär missglückte Sprengungen.

Der schiefe Turm von Dallas

Ein elfstöckiges Bürogebäude aus Beton in Dallas sollte am 16. Februar 2020 einem neuen Viertel weichen. Bei der Sprengung kollabierte der größte Teil des Gebäudes – der Kern blieb jedoch stehen und neigte sich zur Seite. Auf Fotos erinnerte die Ruine an den schiefen Turm von Pisa. Menschen reisten an, um sich in der „Ich stütze den Turm“-Pose fotografieren zu lassen. Erst am 3. März gelang es der Abrissfirma, auch den Gebäudekern zum Einsturz zu bringen.

Ein Turm fällt in die falsche Richtung

Im April 2018 explodierten die Sprengladungen an einem über 50 Meter hohen Silo im dänischen Vordingborg. Die Zuschauer jubelten zunächst, doch dann kippte das Bauwerk in die nicht vorgesehene Richtung. Verletzte gab es nicht, aber am Gebäude eines Kulturzentrums entstand erheblicher Schaden.

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Eine Party wird zur Katastrophe

Das Royal Canberra Hospital in Australien sollte am 13. Juli 1997 gesprengt werden – ein Fest für die Stadt. Mehr als 100.000 Menschen versammelten sich, die größte Menschenmenge in der Geschichte der Stadt. Doch die Fachleute hatten sich verkalkuliert: Statt in sich zusammenzusacken, flog das Gebäude auseinander. Trümmerteile erreichten einen als sicher ausgewiesenen Aussichtspunkt. Ein zwölfjähriges Mädchen starb, neun weitere Personen wurden verletzt.

Dieses Kraftwerk will nicht einstürzen

Am 2. April 2023 fehlte nicht viel zu einer vergleichbaren Katastrophe in Deutschland: Bei der Sprengung von Teilen eines Kohlekraftwerks in Kiel flog ein sechs Kilogramm schweres Metallteil mehr als einen Kilometer durch die Luft und schlug in einem Einfamilienhaus ein. Die Bewohner waren zu Hause, blieben aber unverletzt. Die Abbrucharbeiten wurden unterbrochen. Als der Abriss im Juli wieder aufgenommen wurde, wollte das Kesselhaus nicht in sich zusammenfallen – erst im dritten Versuch gelang die Sprengung komplett.

Hier bewegt sich gar nichts

Die Skisprungschanze im thüringischen Brotterode sollte im Juni 2025 durch Hitze zum Einsturz gebracht werden: Strom sollte die stählernen Masten auf 650 bis 700 Grad erwärmen. Doch sie wurden nicht einmal halb so heiß – die Konstruktion überstand die Temperaturen problemlos. Zahlreiche Schaulustige im Stadion warteten vergeblich. Ein paar Tage später fiel der Turm dann doch, Details zum zweiten Anlauf wurden nicht bekannt gegeben.

Hier sprengt das FBI noch selbst

Im Harvey's Hotel in Nevada schmuggelten drei Männer Sprengstoff und forderten drei Millionen Dollar Lösegeld von einem Casino. Der Kopf der Bande hatte zuvor 750.000 Dollar verspielt. Das FBI entschied sich, die Bombe mit 450 Kilogramm Dynamit in Eigenregie zu entschärfen – ferngesteuert. Der Plan misslang, das gesamte Gebäude flog in die Luft. Es gab keine Verletzten, das Hotel war evakuiert. Der Haupttäter wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt, seine beiden Söhne erhielten Bewährungsstrafen.

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