ChatGPT für Geldanlage: Experte warnt vor versteckten Gefahren
ChatGPT für Geldanlage: Experte warnt vor Risiken

Immer mehr Menschen wenden sich an Künstliche Intelligenz wie ChatGPT, um ihr Geld anzulegen. Der Finanzwissenschaftler Pawan Jain sieht darin jedoch erhebliche Risiken. Im Interview warnt er davor, die Antworten der KI blind zu vertrauen.

Die Illusion der Sicherheit

Jain betont: „Vertrauen Sie nie einfach der ersten Antwort, die Ihnen die KI gibt. Stellen Sie weitere Fragen, haken Sie nach.“ Besonders bei großen Entscheidungen wie der Altersvorsorge, Steuerfragen oder der Rentenplanung könne es Jahre dauern, bis ein Fehler auffalle – oder er bleibe für immer unentdeckt. Das Tückische an Finanzentscheidungen sei, dass die Konsequenzen erst viel später sichtbar werden. Deshalb sei Vorsicht geboten. Ein weiteres Problem: „Dem Computer erzählen wir Dinge, die wir keinem Fremden erzählen würden“, so Jain. Die KI sei darauf optimiert, den Nutzer zu halten, nicht zu schützen.

Stärken und Schwächen der KI

KI sei nützlich für Standardfragen und allgemeine Erklärungen, um Grundlagen der Geldanlage zu erlernen. Darin sei sie sehr gut, weil sie mit Millionen solcher Beispiele trainiert wurde. Gefährlich werde es bei spezielleren Fragen: bei der Steuererklärung mit Sonderfällen, beim richtigen Zeitpunkt für den Renteneintritt oder beim Umschichten der Altersvorsorge. Die KI klinge immer selbstsicher – egal ob sie eine Standardantwort gebe oder kaum verlässliche Daten habe. Zudem basieren KI-Modelle auf historischen Daten und können zukünftige Marktentwicklungen nicht vorhersagen.

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Praktische Ratschläge

Für Anleger empfiehlt Jain, KI lediglich als ersten Anhaltspunkt zu nutzen und sich nicht allein auf ihre Empfehlungen zu verlassen. Bei wichtigen Entscheidungen sei professionelle Beratung unerlässlich. Die KI könne helfen, sich zu informieren, aber nicht die persönliche Verantwortung ersetzen. Nutzer sollten stets kritisch hinterfragen und mehrere Quellen prüfen, bevor sie finanzielle Schritte unternehmen.

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