Deutsche Industrie: Aufträge steigen im Mai um 1,9 Prozent
Aufträge steigen im Mai um 1,9 Prozent

Die angeschlagene deutsche Industrie hat im Mai trotz anhaltender Belastungen durch den Iran-Krieg mehr Aufträge erhalten und damit den Rückgang vom April teilweise ausgeglichen. Das Neugeschäft wuchs um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Großaufträge aus der Rüstungsbranche treiben Wachstum

Der Anstieg wurde maßgeblich durch milliardenschwere Großaufträge aus dem Rüstungsbereich begünstigt, während die Autoindustrie weiterhin schwächelte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet, nach einem revidierten Rückgang von 3,2 Prozent im April (zuvor: -3,8 Prozent).

„Ganz langsam kehrt das Leben bei den Auftragseingängen zurück“, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer die Entwicklung. Allerdings sei in den kommenden Monaten nicht mit einer starken Erholung zu rechnen – auch weil der Iran-Konflikt noch immer eine Quelle der Unsicherheit darstelle.

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Standortqualität leidet weiter

Krämer betonte, dass die deutschen Unternehmen weiter unter einer Erosion der Standortqualität litten. „Das Reformpaket der Bundesregierung hat zwar in einzelnen Punkten Fortschritte gebracht, aber keinen Durchbruch in der Breite“, sagte er. Die Auftragsdaten zeigen einen Lichtblick, aber die strukturellen Probleme der Industrie bleiben bestehen.

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