Brandenburger Kommunen: Haushaltsdefizit steigt auf 832 Millionen Euro
Brandenburger Kommunen: Defizit steigt auf 832 Mio. Euro

Die finanzielle Lage der Städte, Gemeinden und Landkreise in Brandenburg hat sich drastisch verschlechtert. Das Haushaltsdefizit der Kommunen ist binnen eines Jahres sprunghaft um 134 Prozent auf 832 Millionen Euro angestiegen. Dies geht aus dem Kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung hervor. Damit verzeichnet Brandenburg den stärksten Anstieg unter allen Flächenländern in Deutschland.

Größte Dynamik der Krise

Laut dem Report ist Brandenburg neben Rheinland-Pfalz das Bundesland mit der größten Dynamik der Krise. Im Jahr 2024 lag das Defizit noch bei vergleichsweise moderaten 355 Millionen Euro. Die Autoren des Finanzreports betonen: „Die Kommunen in der Bundesrepublik Deutschland befinden sich in der größten kommunalen Finanzkrise seit der Deutschen Einheit.“ Bundesweit erreichten die Kommunen 2025 mit einem Defizit von fast 32 Milliarden Euro den höchsten Fehlbetrag ihrer Geschichte.

Kassenkredite schnellen in die Höhe

Ein weiterer besorgniserregender Indikator ist die Verschuldung mit Kassenkrediten. Diese kurzfristigen Darlehen dienen dazu, vorübergehende Zahlungsengpässe auszugleichen. In Brandenburg hat sich die Verschuldung mit Kassenkrediten nahezu verdreifacht: von 59 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 164 Millionen Euro im Jahr 2025. Im Vergleich dazu liegen die Kassenkredite in Sachsen bei 889 Millionen Euro und in Mecklenburg-Vorpommern bei 238 Millionen Euro.

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Der Anstieg der Kassenkredite sei in Ländern wie Brandenburg, Hessen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein besonders schmerzhaft, so die Autoren des Reports. Das zuvor geringe Niveau sei das Resultat umfangreicher Landeshilfen und eigener Sparprogramme gewesen. „Diese Erfolge sind weithin binnen kürzester Zeit aufgezehrt“, heißt es.

Gewerbesteuer-Einnahmen im Minus

Auch bei einer wichtigen Einnahmequelle, der Gewerbesteuer, mussten die Brandenburger Kommunen 2025 einen Rückgang hinnehmen. Die Einnahmen sanken um 5,3 Prozent auf 1,287 Milliarden Euro. Zudem wuchsen die Zuweisungen von Land und Bund an die Kommunen unterdurchschnittlich. Sie beliefen sich auf rund 6,9 Milliarden Euro, was einem Plus von lediglich einem Prozent entspricht. Brandenburgs Kommunen sind stark von diesen Zuweisungen abhängig.

Der Kommunale Finanzreport der Bertelsmann Stiftung unterstreicht die Dringlichkeit von Gegenmaßnahmen, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden in Brandenburg zu sichern.

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