Deutschland Schlusslicht bei Zukunfts-Investitionen – McKinsey-Studie
Deutschland Schlusslicht bei Zukunfts-Investitionen

Deutschland investiert kaum noch in neue Produktionskapazitäten. Laut einer neuen McKinsey-Studie sind die produktiven Nettoinvestitionen auf 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung abgestürzt – einer der schlechtesten Werte unter 34 Industrie- und Schwellenländern. Während China 23 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in neue Fabriken und Technologien steckt und die USA auf vier Prozent kommen, liegt die EU bei zwei Prozent. Deutschland nähert sich mit 0,2 Prozent der Null an. Die „FAZ“ spricht von einem Investitionsboykott.

Investitionen fast zum Stillstand gekommen

„Deutschlands Wirtschaft baut kaum noch zusätzliche Produktionskapazität auf“, bilanziert McKinsey. Das Wachstum der Investitionen in den verfügbaren Kapitalstock je Arbeitskraft sei „praktisch zum Stillstand gekommen“. Auch der Staat investiere zu wenig – McKinsey macht dafür die Schuldenbremse verantwortlich, die staatliche Ausgaben begrenzt.

Der Hauptgrund: Deutschland ist als Standort zu teuer. Neue Investitionsprojekte kosten je nach Branche 40 bis 250 Prozent mehr als am günstigsten internationalen Standort. Ob Chemie, Stahl, Batterien, Halbleiter oder Rechenzentren – Deutschland gehört überall zu den teuersten Ländern.

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Drastische Kostenunterschiede

Besonders drastisch: Die Entwicklung einer neuen Elektroauto-Plattform kostet hierzulande drei- bis viermal so viel wie in China. Moderne Computerchips herzustellen, ist 40 bis 50 Prozent teurer als in Taiwan oder China. „Den wohl größten Einfluss haben die Arbeitskosten, wenn sie nicht durch eine höhere Arbeitsproduktivität ausgeglichen werden“, sagt Studienautor Dr. Jan Mischke. Dazu kommen hohe Energiekosten, langsame Genehmigungen und lange Entwicklungszeiten.

Sein Fazit: „Deutschland will mehr Wachstum, dafür braucht es höhere Nettoinvestitionen, mehr Innovationen, mehr Produktivität und eine höhere Geschwindigkeit bei Genehmigungen.“

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