Die Finanzämter in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr etwas an Tempo verloren. Wie das Finanzministerium in Mainz mitteilte, stieg die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Steuererklärungen leicht an. Im Jahr 2023 lag die Dauer bei etwa 42 Tagen, während es im Vorjahr noch 39 Tage waren. Dies entspricht einem Anstieg von rund 7,7 Prozent.
Gründe für die Verlangsamung
Als Hauptgründe nannte das Ministerium die zunehmende Komplexität der Steuerfälle sowie personelle Engpässe. Viele Finanzämter haben mit altersbedingten Abgängen zu kämpfen, die nicht immer zeitnah ersetzt werden können. Zudem erfordern neue gesetzliche Regelungen wie das Inflationsausgleichsgesetz zusätzliche Prüfungen.
Digitalisierung als Chance
Um dem Trend entgegenzuwirken, setzt die Landesregierung verstärkt auf Digitalisierung. So sollen bis Ende 2025 alle Steuererklärungen online eingereicht werden können. Bereits jetzt nutzen rund 70 Prozent der Bürger das Elster-Portal. Das Ministerium erhofft sich dadurch langfristig kürzere Bearbeitungszeiten und eine Entlastung der Mitarbeiter.
Trotz des leichten Rückgangs liegt Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich weiterhin im oberen Mittelfeld. Spitzenreiter sind die Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit durchschnittlich 35 Tagen. Schlusslicht ist das Saarland mit 48 Tagen.
Ausblick für 2024
Für das laufende Jahr rechnet das Finanzministerium mit einer Stabilisierung der Bearbeitungsdauer. Geplante Einstellungen und verbesserte Schulungen sollen die Effizienz steigern. Zudem wird die Einführung künstlicher Intelligenz bei der Vorprüfung von Steuererklärungen getestet. Ein landesweiter Rollout ist für 2025 vorgesehen.



