Firmenpleiten steigen im ersten Quartal um 6,5 Prozent
Firmenpleiten im ersten Quartal um 6,5 Prozent gestiegen

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im ersten Quartal deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, wurden 6275 Unternehmensinsolvenzen bei den Amtsgerichten beantragt – ein Anstieg um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Trend zeigte zuletzt stark nach oben: Im März allein stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 15,8 Prozent.

Verkehr und Lagerei am stärksten betroffen

Am stärksten von der Entwicklung betroffen war der Bereich Verkehr und Lagerei. Auf diesen Sektor entfiel im ersten Quartal mit 32,1 Fällen je 10.000 Unternehmen die höchste Insolvenzhäufigkeit. Es folgten das Gastgewerbe und das Baugewerbe.

Gläubigerforderungen gesunken

Trotz der gestiegenen Fallzahlen sanken die Forderungen der Gläubiger deutlich: von 19,9 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf rund 9,3 Milliarden Euro. Grund dafür war nach Angaben der Statistiker, dass diesmal weniger wirtschaftlich bedeutende Firmen Insolvenz anmeldeten.

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Creditreform erwartet weitere Pleiten

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet wegen der schwachen Konjunktur auch im Gesamtjahr mit mehr Firmenpleiten. „Es wird auch 2026 wieder mehr Insolvenzen und vor allem Schließungen geben“, sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Er betonte, dass es nicht nur auf die Anzahl der Pleiten ankomme, sondern vor allem darauf, welche Unternehmen betroffen seien. „Besonders besorgniserregend ist derzeit, dass viele Unternehmen und Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe trotz eigentlich gesunder Unternehmensstruktur aus dem Markt austreten müssen.“

Verbraucherinsolvenzen ebenfalls gestiegen

Auch bei den Verbrauchern nahm die Zahl der Insolvenzen in den ersten drei Monaten zu. Sie stieg um sechs Prozent auf 19.679 Fälle. Allein im März lag der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 18,9 Prozent.

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