Galeria wieder in der Krise: Nur wir können das Warenhaus retten
Galeria in der Krise: Nur wir können das Warenhaus retten

Die Funke Mediengruppe äußert sich in einem Kommentar zur erneuten Krise von Galeria. Die Schließungen seien unvermeidlich, doch die Rettung des Warenhauses liege in den Händen der Kunden. Wer dem Kaufhaus nicht nur nostalgisch nachhängen wolle, müsse dort auch regelmäßiger einkaufen gehen – vor Ort und nicht im Internet. Dies schreibt Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion, am 18. Juni 2026.

Die Lage von Galeria

Galeria steckt in schwerer Krise, mal wieder. Seit 2020 hat das Unternehmen drei Insolvenzverfahren durchlaufen. Von einst 170 Häusern gibt es noch 83, und weitere Schließungen sind unvermeidlich. Es fehlt an Ideen, an Kapital, an Personal – und am wichtigsten: an Kundschaft.

Rabattaktionen reichen nicht

Nur mit harten Rabatt-Aktionen konnte Galeria das Frühjahrsgeschäft beleben. Aber der Kampf über den Preis wird angesichts hoher Mieten in guten Innenstadtlagen nicht zu gewinnen sein.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Herausforderungen durch Onlinehandel

Galeria ist wie andere Warenhäuser im Wettbewerb mit dem Onlinehandel, der das Einkaufen revolutioniert hat. Die Alternative zur bequemen Bestellung per Klick wäre ein herausragendes Einkaufserlebnis, das es in der Realität nicht gibt. Das Sortiment wurde ausgedünnt, der Modernisierungsstau in vielen Häusern ist zum Greifen. Hinzu kommt, dass Kommunen die Auto-Zufahrt in die Innenstädte mit Absicht erschweren und verteuern. Da darf man sich nicht wundern, wenn aus dem Umland immer weniger kommen.

Keine nachhaltige Rettung in Sicht

Selbst wenn Galeria mit Finanzspritzen überlebt, ist die nächste Krisen-Nachricht nur eine Frage der Zeit. Alle Rettungsversuche sind ehrenwert, aber weder Gewerkschaften noch Politik dürfen sich etwas vormachen: Der alte „Kaufhof“ wird nur überleben, wenn mehr stationär gekauft wird. Wenn Bürgerinnen und Bürger dem Warenhaus nicht nur nostalgisch nachhängen, sondern sich dort regelmäßiger versorgen.

Appell an die Kunden

Ein Kaufhaus ohne Kundschaft hat keine Überlebenschance, genauso wenig wie das Fachgeschäft, das Stadtteilkino oder die Kneipe um die Ecke. Wer seine lebendige Innenstadt mit Einkaufsmöglichkeiten und Unterhaltung erhalten will, muss dort auch sein Geld ausgeben und weniger bei Amazon und Netflix.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration