IfW hält an Prognose fest: 0,8 Prozent Wachstum trotz Iran-Krieg
IfW hält an Prognose fest: 0,8% Wachstum trotz Iran-Krieg

Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) hält trotz der anhaltenden Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten an seiner Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft fest. Die Experten rechnen im laufenden Jahr weiterhin mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent, wie das Institut mitteilte. Für 2027 haben die Forscher ihre Prognose jedoch von zuvor 1,4 auf nun 1,0 Prozent reduziert.

IfW-Präsident warnt vor Belastungen

„Die Folgen des Iran-Kriegs dämpfen die Wirtschaftsleistung“, sagte IfW-Präsident Moritz Schularick. „Der Anstieg der Rohstoffpreise erweist sich als persistenter, was die wirtschaftliche Dynamik bis in das kommende Jahr hinein belasten wird.“ Eine ähnliche Einschätzung kommt auch vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Wirtschaftliche Dynamik bleibt gebremst

Laut der Sommerprognose des IfW sorgt die Finanzpolitik zwar für expansive Impulse, die Folgen des Iran-Krieges bremsen jedoch die wirtschaftliche Dynamik. Während bislang kaum Anzeichen für eine kräftige Erholung bei Exporten und Unternehmensinvestitionen erkennbar sind, wie sie für frühere Erholungsphasen charakteristisch waren, dürften vor allem öffentliche Konsum- und Investitionsausgaben anziehen. Die Experten gehen weiterhin von wenig Investitionen der Wirtschaft und deutlich eingetrübten Beschäftigungsperspektiven aus.

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Exporte stabilisieren sich nur langsam

Zwar hätten sich die Exporte der deutschen Wirtschaft zuletzt stabilisiert, schreibt das Institut. Von einer dynamischen Erholung könne nach den Rückgängen der vergangenen Jahre jedoch nach wie vor keine Rede sein. „Die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird weitere Verluste an Weltmarktanteilen nach sich ziehen“, sagte Konjunkturexperte Stefan Kooths. „Gemessen an früheren Aufschwüngen fallen die erwarteten Zuwächse mager aus. Ohne durchgreifende standortstärkende Reformen driftet die deutsche Wirtschaft in ein Fahrwasser aus erlahmenden Wachstumskräften mit sich verschärfenden Verteilungskonflikten.“

IWH sieht Iran-Krieg als Bremse

Ob die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten wieder Fahrt aufnimmt, hängt auch nach Einschätzung des IWH maßgeblich vom Konflikt im Golfraum ab. Bleibt die Lage dort angespannt und steigen die Energiepreise weiter, könnte die Wirtschaftsleistung 2026 schlimmstenfalls stagnieren. „Das wesentliche Risiko für die Weltwirtschaft wie auch für die deutsche Konjunktur liegt im ungewissen Fortgang des Golfkonflikts“, sagte IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller bei der Vorstellung der Konjunkturprognose in Halle. In ihrer Prognose gehen die Forscher dagegen davon aus, dass sich die Lage entspannt. Für 2026 und 2027 rechnen sie in diesem Fall jeweils mit einem Wachstum von 0,9 Prozent.

Energiepreise belasten Unternehmen und Verbraucher

Der Konflikt im Golfraum hat nach Einschätzung der Forscher die Energiepreise bereits deutlich steigen lassen. Das verteuere die Produktion vieler Unternehmen und belaste zugleich die Kaufkraft privater Haushalte. Dass die Konjunktur dennoch nicht einzubrechen drohe, liege auch an staatlichen Ausgaben- und Investitionsprogrammen. Zudem rechnen die Forscher damit, dass die Exporte nach drei Jahren Rückgang wieder leicht zulegen. Auch die privaten Konsumausgaben dürften steigen.

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