Rasen spart kaum Zeit: Studie zeigt Milliarden-Einsparpotenzial
Rasen spart kaum Zeit: Milliarden-Einsparpotenzial

Eine umfassende Analyse von 120 Millionen Autofahrten in den USA belegt: Wer die ausgeschilderten Tempolimits einhält, kann erhebliche Mengen an Kraftstoff und Geld sparen – bei minimalem Zeitverlust. Die Studie der University of Minnesota, veröffentlicht im Fachmagazin „Communications Sustainability“, zeigt, dass Autofahrer bei Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten im Schnitt weniger als eine Minute zusätzliche Pendelzeit pro Tag in Kauf nehmen müssten.

Milliardenersparnis durch Tempolimit-Treue

Würden alle Fahrer von leichten Pkw mit Verbrennungsmotor die Tempolimits beachten, ließen sich hochgerechnet auf die gesamte US-Bevölkerung täglich rund 22 Millionen US-Dollar (etwa 20 Millionen Euro) einsparen – basierend auf den Kraftstoffpreisen des Jahres 2021. Zudem würden 6,7 Millionen Gallonen (etwa 25,4 Millionen Liter) Kraftstoff weniger verbraucht und 57.000 Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen. Die Forscher vergleichen diese CO2-Reduktion mit der Außerbetriebnahme von rund 5,5 Millionen Pkw.

Raser unterwegs: Jede zweite Fahrt mit Tempoüberschreitung

Die Auswertung der Fahrten an vier Mittwochen im Jahr 2021 ergab: Mehr als 43 Prozent der untersuchten Fahrten enthielten mindestens einen Moment, in dem schneller als erlaubt gefahren wurde. Insgesamt verbrachten die Fahrer knapp 12 Prozent ihrer Fahrzeit über dem Tempolimit. Die Analyse umfasste Straßen mit Tempolimits ab 45 Meilen pro Stunde (rund 70 km/h).

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Geringer Zeitgewinn bei hohen Kosten

Viele Autofahrer argumentieren, schnelleres Fahren spare wertvolle Zeit. Die Studie widerlegt dies: Bei einer durchschnittlichen täglichen Fahrstrecke von 28,6 Meilen (46,03 Kilometer) bedeutet das Fahren mit oder unter dem Tempolimit lediglich rund 54 Sekunden zusätzliche Zeit pro Tag. „Wir kannten bereits die Physik, wie sich Geschwindigkeit auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Aber die genaue Größenordnung dieser Einsparungen auf nationaler Ebene zu quantifizieren, gibt uns ein klareres Bild von der tatsächlichen Wirkung“, sagte Bharat Jayaprakash, Doktorand am Institut für Maschinenbau der University of Minnesota und Hauptautor der Studie.

Einordnung: Kleiner Anteil am Gesamtverbrauch

Rob Middleton, außerordentlicher Forschungswissenschaftler im Maschinenbau an der University of Michigan, der nicht an der Studie beteiligt war, lobte die Untersuchung als „gut gemacht“. Er wies jedoch darauf hin, dass die eingesparte Kraftstoffmenge nur einen Bruchteil des täglichen Benzinverbrauchs in den USA ausmache – dieser liegt bei etwa 375 Millionen Gallonen (1,4 Milliarden Liter) pro Tag. „Es ist eine große Zahl, aber es ist nur ein kleiner Anteil“, sagte Middleton. „Das ist sozusagen ein Bonus, weil es im Grunde niemanden wirklich etwas kostet, das zu tun.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration