Der Chemiekonzern BASF hat am Donnerstag ein neues Werk im südchinesischen Zhanjiang eröffnet. Die Investitionskosten beliefen sich auf knapp neun Milliarden Euro und lagen damit eine Milliarde unter dem ursprünglichen Plan. BASF-Chef Markus Kamieth erklärte, dass der Einkauf die Preise der Lieferanten aufgrund geringerer Investitionen in China habe senken können. Zudem seien einige geplante Anlagen verschoben worden.
Kamieth räumte ein, dass der Zeitpunkt für die Eröffnung angesichts von Überkapazitäten in der chinesischen Chemieindustrie nicht ideal sei. Der Markt sei überversorgt, was die Profitabilität des neuen Standorts zunächst deutlich niedriger ausfallen lasse als erhofft. Dennoch sei das Werk strategisch wichtig, da BASF im Süden Chinas bisher nicht vertreten war.
Das Herzstück des Werks ist ein Steamcracker, der Rohbenzin oder Butan aufspaltet. Daran sind 32 Produktlinien angeschlossen, die verschiedene Chemikalien herstellen. Kamieth betonte, dass der Standort einer der am höchsten integrierten Chemiestandorte der Welt sei und durch Effizienz Kostenführerschaft ermögliche.
Kamieth wies Bedenken zurück, dass BASF zu abhängig von China werde. Der chinesische Markt mache die Hälfte des Weltmarkts aus. BASF erziele derzeit 14 Prozent des Umsatzes in China, mit dem neuen Werk sollen es 18 bis 19 Prozent werden. Die Produktion in Zhanjiang sei für den südchinesischen Markt bestimmt.



