Der auf Krankenhausimmobilien spezialisierte Schweizer Konzern Infracore hat seinen Börsengang an der SIX in Zürich eingeleitet. Der Ausgabepreis der Aktien wurde auf 54 Franken festgelegt. Bei erfolgreicher Platzierung ergibt sich ein Börsenwert von rund 826 Millionen Franken. Der erste Handelstag ist für den 9. Juli 2026 vorgesehen.
Starke Nachfrage der Anleger
Das Angebot stieß bei Investoren auf reges Interesse. Bereits wenige Stunden nach Start des Zuteilungsverfahrens waren das Basisangebot sowie die Mehrzuteilungsoption von 30 Millionen Franken vollständig durch Kaufinteressenten gedeckt, wie eine involvierte Bank mitteilte. Insgesamt sollen durch die Ausgabe neuer Aktien brutto rund 200 Millionen Franken erlöst werden.
Der Großaktionär Medical Properties Trust, der derzeit rund 70 Prozent an Infracore hält, ist bereit, bei Bedarf weitere Aktien abzugeben. Dadurch könnten insgesamt Papiere im Wert von bis zu 305 Millionen Franken angeboten werden.
Feste Zusagen von Investoren
Zwei institutionelle Anleger haben bereits verbindliche Zusagen gegeben: Cohen & Steers sowie die Swiss Finance & Property Group, die unter anderem für den Pensionsfonds des Pharmakonzerns Roche investiert. Ihr gemeinsames Kaufvolumen beläuft sich auf 75 bis 80 Millionen Franken.
Verwendung der Erlöse
Das frische Kapital soll in erster Linie für den Erwerb weiterer Klinikimmobilien in der Schweiz verwendet werden. Zudem plant Infracore, ein bestehendes Aktionärsdarlehen in Höhe von rund 55 Millionen Franken zurückzuzahlen. Das Unternehmen besitzt derzeit 47 Liegenschaften mit einem Gesamtwert von etwa 1,4 Milliarden Franken. Hauptmieter ist das Swiss Medical Network, das zweitgrößte private Krankenhausnetzwerk des Landes.
Geschäftszahlen und Marktumfeld
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Infracore Erträge von 66,1 Millionen Franken und eine Nettorendite von 4,5 Prozent. Viele Schweizer Krankenhäuser hätten einen erheblichen Investitionsbedarf, so Infracore. Gleichzeitig falle ihnen die Finanzierung schwer, unter anderem wegen des eingeschränkten Zugangs zum Anleihenmarkt. Daher gewinne das Sale-and-Leaseback-Modell an Bedeutung, bei dem Immobilien an eine Leasinggesellschaft verkauft und gleichzeitig zurückgemietet werden. Dieses Modell sei im Ausland bereits etabliert und werde von Infracore verfolgt.
Seltene Börsengänge in der Schweiz
Kapitalerhöhende Börsengänge sind in der Schweiz zuletzt selten gewesen. Das letzte größere IPO war der Marktplatzbetreiber Swiss Marketplace Group im September 2025. Die Infracore-Transaktion wird von der US-Großbank Citigroup und der Zürcher Kantonalbank begleitet.



