Julian Nagelsmann wird trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft im Achtelfinale der Europameisterschaft 2024 nicht zurücktreten. Der Bundestrainer, der noch einen Vertrag bis 2026 besitzt, verweist auf seine Arbeit und fordert die Verantwortung vom DFB ein. Laut Informationen von BILD geht es für Nagelsmann um ein Gehalt von rund 14 Millionen Euro, das bei einem vorzeitigen Abschied gefährdet wäre.
Nagelsmann stellt sich gegen Rücktrittsforderungen
Nach der enttäuschenden 0:2-Niederlage gegen Dänemark in der K.o.-Runde wuchs der Druck auf den 36-Jährigen massiv. Fans und Experten forderten Konsequenzen, doch Nagelsmann zeigt sich unbeeindruckt. „Ich habe volles Vertrauen in meine Arbeit und die Mannschaft. Die Entwicklung stimmt, auch wenn die Ergebnisse nicht passen“, sagte der Bundestrainer. Intern will er die DFB-Spitze von einer Fortsetzung seiner Arbeit überzeugen.
Millionen-Vertrag als Sicherheitsnetz
Nagelsmanns Vertrag beim DFB läuft bis zur Weltmeisterschaft 2026 und soll ihm ein jährliches Gehalt von rund 3,5 Millionen Euro sichern. Insgesamt stehen somit noch etwa 14 Millionen Euro aus. Ein Rücktritt würde bedeuten, auf diese Summe zu verzichten – ein wirtschaftlicher Faktor, den Nagelsmann nicht ignorieren dürfte. „Ich habe einen Vertrag und den werde ich erfüllen. Punkt“, so der Trainer gegenüber dem DFB-Präsidium.
Interne Strategie: Geduld und Aufbauarbeit
Nagelsmann plant, in den kommenden Wochen mit DFB-Sportdirektor Rudi Völler und Präsident Bernd Neuendorf Gespräche zu führen. Er will auf die langfristige Perspektive setzen: „Wir haben in den letzten Monaten eine klare Handschrift entwickelt. Das braucht Zeit, um zu Früchten zu tragen.“ Dabei räumt er ein, dass die „Karten bei den Fans derzeit schlecht stehen“, aber er traue sich eine zweite Chance zu. „Ich bin überzeugt, dass wir bei der WM 2026 konkurrenzfähig sein werden.“
DFB-Bosse in der Zwickmühle
Der DFB steht vor einer schwierigen Entscheidung. Einerseits wäre eine Trennung von Nagelsmann teuer – die Abfindung würde Millionen kosten. Andererseits wächst der öffentliche Druck. Völler äußerte sich zurückhaltend: „Wir werden in Ruhe analysieren. Julian hat unsere Unterstützung, aber wir müssen alle Optionen prüfen.“ Die nächsten Tage dürften zeigen, ob Nagelsmann seinen Job behält oder ob der DFB einen Schlussstrich zieht.



