Die Handelspolitik unter US-Präsident Donald Trump hat drastische Auswirkungen auf die amerikanische Whisky-Industrie. Die Exporte von US-Whisky sind in den letzten Monaten massiv eingebrochen, nachdem die EU als Reaktion auf US-Strafzölle eigene Abgaben auf amerikanischen Whisky erhoben hatte. Betroffen sind vor allem kleine Brennereien, die auf den Export angewiesen sind.
Sonat Birnecker und ihr Mann Robert, die 2008 in Chicago die erste neue Brennerei seit Mitte des 19. Jahrhunderts eröffneten, spüren die Folgen. Das Ehepaar hatte zuvor völlig andere Karrieren: Sonat war Professorin für jüdische Geschichte in Baltimore und lehrte an der Berliner Humboldt-Universität, Robert arbeitete in der Presseabteilung der österreichischen Botschaft in Washington. Doch der Wunsch nach einem Neuanfang und Roberts Erfahrung im Spirituosengeschäft, die er von seinem Großvater in Österreich erlernte, führten sie zur Gründung der Brennerei.
Die Zölle treffen die Branche hart. „Whiskey ist etwas unglaublich Amerikanisches“, sagte ein Branchenvertreter. Doch die Exportzahlen zeigen einen deutlichen Rückgang. Während große Konzerne sich anpassen können, kämpfen kleine Brennereien ums Überleben. Die Unsicherheit über die weitere Handelspolitik belastet die gesamte Industrie.



