Der Maschinenbauer Trumpf hat nach zwei schwierigen Jahren dank eines starken US-Geschäfts die Trendwende geschafft. Wie das Familienunternehmen am Donnerstag mitteilte, stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 um 4,2 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte sogar um 8,1 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zu. Damit beendet Trumpf die Krise, die durch die schwache Konjunktur in Europa und China ausgelöst worden war.
US-Geschäft als Wachstumsmotor
Vor allem das Geschäft in den USA entwickelte sich positiv. „Unser US-Geschäft hat sich außerordentlich gut entwickelt und war der Haupttreiber des Wachstums“, sagte Finanzvorständin Britta Fünfstück. In Nordamerika stieg der Umsatz um knapp 20 Prozent. Auch in anderen Regionen außerhalb Europas und Asiens verzeichnete Trumpf Zuwächse. In Europa hingegen blieb das Geschäft schwach, in China sogar rückläufig.
Krise nach Boomjahren
Trumpf hatte in den Jahren 2021 und 2022 von einer Sonderkonjunktur profitiert, die durch die Coronapandemie und Lieferengpässe ausgelöst worden war. Viele Kunden hatten damals ihre Bestellungen vorgezogen, was zu einem Umsatzsprung auf über fünf Milliarden Euro führte. Im Geschäftsjahr 2022/23 brach der Auftragseingang dann jedoch um rund 30 Prozent ein, der Umsatz sank um knapp zehn Prozent. Das Unternehmen musste Kurzarbeit anmelden und Stellen streichen.
Ausblick verhalten optimistisch
Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Trumpf vorsichtig optimistisch. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, aber die konjunkturellen Unsicherheiten bleiben hoch“, sagte Fünfstück. Das Unternehmen erwartet einen moderaten Umsatzanstieg, allerdings mit regionalen Unterschieden. Während die USA und andere außereuropäische Märkte weiter wachsen dürften, bleibe die Situation in Europa und China angespannt. Trumpf will daher weiter in die USA investieren und die Produktion dort ausbauen.
Investitionen in USA geplant
Konkret plant Trumpf, sein Werk in Farmington, Connecticut, zu erweitern. Dort werden Lasersysteme für die Automobilindustrie und die Medizintechnik hergestellt. „Wir sehen in den USA großes Potenzial, vor allem durch den Inflation Reduction Act und die Förderung von grünen Technologien“, erklärte Fünfstück. Auch in anderen Bereichen wie der Halbleiterindustrie und der Luft- und Raumfahrt sieht Trumpf Chancen.
Kostensenkungsprogramm zeigt Wirkung
Neben dem starken US-Geschäft trug auch ein internes Kostensenkungsprogramm zur Erholung bei. Trumpf hatte im vergangenen Jahr ein Sparprogramm aufgelegt, das unter anderem den Abbau von 500 Stellen vorsieht. „Wir haben unsere Kostenstruktur deutlich verbessert und sind jetzt schlanker aufgestellt“, sagte Fünfstück. Das Programm laufe planmäßig und werde bis Ende des laufenden Geschäftsjahres abgeschlossen sein.
Forschung und Entwicklung bleiben Schwerpunkt
Trotz der Sparmaßnahmen will Trumpf weiterhin kräftig in Forschung und Entwicklung investieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab das Unternehmen rund 700 Millionen Euro für F&E aus, das entspricht etwa 13 Prozent des Umsatzes. Schwerpunkte sind die Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Lasertechnologien. „Wir müssen innovativ bleiben, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein“, betonte Fünfstück.



