22 Millionen Euro für 175 Schneekanonen: Proteste gegen Kunstschnee-Projekt in Schweizer Skigebiet
22 Mio. Euro für 175 Schneekanonen: Proteste in Schweizer Skigebiet

Massive Investition in Kunstschnee: 22 Millionen Euro für 175 Schneekanonen in Schweizer Skigebiet

Im Schweizer Skigebiet Leysin–Les Mosses im Kanton Waadt herrscht dicke Luft. Während die natürliche Schneedecke aufgrund des Klimawandels immer häufiger ausbleibt, planen die Verantwortlichen ein Millionenprojekt mit 175 Schneekanonen. Doch was als Rettungsanker für den Wintertourismus gedacht ist, stößt auf erbitterten Widerstand von Umweltaktivisten.

Das umstrittene Millionenprojekt im Detail

Satte 20 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet etwa 21,8 Millionen Euro, wollen der Liftbetreiber „Télé-Leysin Les Mosses La Lécherette SA“ und die Gemeinde investieren. Das Geld fließt in ein gewaltiges technisches System: 175 Hightech-Schneekanonen sollen die Pisten in den Skigebieten Leysin, Les Mosses und La Lécherette künftig mit Kunstschnee bedecken.

Das benötigte Wasser für die Schneeproduktion soll über ein etwa 20 Kilometer langes Leitungssystem aus dem Hongrin-Stausee gepumpt werden. Maxom Cottet, Direktor der Bergbahnen, betont die wirtschaftliche Notwendigkeit: „Wir brauchen Kunstschnee unbedingt! Die Bergbahnen erwirtschaften 80 Prozent ihres Umsatzes im Winter.“ In schlechten Saisons seien die Lifte teilweise nur 30 Tage in Betrieb.

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Massiver Protest von Umweltaktivisten

Doch das Projekt stößt auf erheblichen Widerstand. Mehr als 500 Menschen haben bereits die Petition des Vereins „Non aux canons à neige“ („Nein zu Schneekanonen“) unterschrieben. Die Aktivisten betonen, dass sich ihr Protest nicht generell gegen den Tourismus richtet.

„Wir wollen vor den Risiken massiver Investitionen in eine stark wetterabhängige Infrastruktur warnen“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Vor dem Hintergrund der raschen globalen Erwärmung sei das Vorhaben nicht zu verantworten. Bereits 2024 gab es massive Proteste gegen eine frühere Version des Projekts, die damals sogar 177 Schneekanonen vorsah und wegen betroffener Schutzgebiete gestoppt wurde.

Klimawandel als treibende Kraft

Der Klimawandel macht auch vor den Waadtländer Voralpen nicht halt. Immer häufiger bleiben natürliche Schneefälle aus, was die wirtschaftliche Existenz vieler Skigebiete bedroht. Die Verantwortlichen in Leysin–Les Mosses sehen in der technischen Beschneiung die letzte Rettung für den Wintertourismus.

Doch die Gegner argumentieren, dass solche Investitionen angesichts der fortschreitenden Erwärmung kurzsichtig seien. Sie fordern nachhaltigere Tourismuskonzepte, die weniger von winterlichen Bedingungen abhängig sind. Die Diskussion um das 22-Millionen-Euro-Projekt zeigt exemplarisch den Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und Klimaschutz in alpinen Regionen.

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