Nach siebenmonatiger Zwangspause: Kult-Restaurant 'Am Löwenplatz' in Schwerin feiert erfolgreiches Comeback
Blumensträuße schmücken die Tische, vertraute Stimmen erfüllen den Gastraum und die Reservierungslisten sind voll: Am 6. Februar 2026 feierte das Restaurant 'Am Löwenplatz' in der Schweriner Weststadt seine langersehnte Neueröffnung. Nach sieben Monaten erzwungener Schließung kehrte damit wieder pulsierendes Leben in das beliebte Lokal zurück. Bereits am ersten Wochenende zeigte sich deutlich, wie sehr die Gäste das Restaurant vermisst hatten.
"Die ersten drei Tage waren absolut überwältigend", berichtet Inhaberin Severina Nikolova mit sichtlicher Freude. "Viele unserer Stammgäste haben uns gesagt, dass sie uns wirklich vermisst haben." Die Rückkehr nach sieben Monaten ohne Betrieb gestaltete sich für das gesamte Team ebenso emotional wie für die treue Kundschaft.
Rohrbruch unter der Küche verursacht monatelange Schließung
Der Grund für die langwierige Schließung war ein gravierender Wasserschaden, der sich unbemerkt unter der Küche ausgebreitet hatte. Da die Leitungen unterhalb des Arbeitsbereichs verlaufen, führte ein Rohrbruch dazu, dass sich Feuchtigkeit über längere Zeit ansammeln konnte. "Das Problem war zunächst nicht sichtbar, weil wir Fliesenboden haben", erklärt Nikolova die verzögerte Entdeckung. Erst als das volle Ausmaß des Schadens offensichtlich wurde, musste das Restaurant Anfang Juli 2025 vorübergehend schließen.
Die Küche wurde daraufhin vollständig demontiert und komplett neu aufgebaut. Ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten deutlich schneller abgeschlossen sein, doch unvorhergesehene Verzögerungen verlängerten die Bauzeit erheblich. Neben den notwendigen technischen Sanierungsmaßnahmen nutzte das Team die Gelegenheit für kleinere optische Verbesserungen im Gastraum. Neue Wandfarben und frische Gardinen sorgen nun für ein modernisiertes, dennoch gemütliches Ambiente.
Spontane Wiedereröffnung statt geplanter Feier
Obwohl ursprünglich eine große Eröffnungsveranstaltung geplant war, ließ sich diese kurzfristig nicht realisieren. Stattdessen entschied sich das Team für einen offenen Neustart ohne formelle Einladungen. "Eigentlich wollte ich eine geschlossene Gesellschaft organisieren, um mich bei all den Menschen zu bedanken, die uns während der schwierigen Zeit unterstützt haben", erläutert die Inhaberin. Viele Gäste hätten während der Schließphase tatkräftig geholfen – sei es beim Ausräumen der Räumlichkeiten oder durch aufmunternde Worte und Geduld.
Da sich Einladungen kurzfristig schwer koordinieren ließen, öffnete das Restaurant schließlich seine Türen für alle Interessierten. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: ein voll besetztes Haus und zahlreiche emotionale Wiedersehensmomente. "Plötzlich kamen alle gleichzeitig, was unsere Küche zunächst vor eine echte Herausforderung stellte", erzählt Nikolova mit einem Lachen. "Aber es war einfach wunderschön zu sehen, wie viele Menschen zu uns zurückgekehrt sind."
Familienbetrieb mit langer Tradition am Löwenplatz
Severina Nikolova führt das Restaurant seit 2017, doch die Geschichte der Gaststätte reicht deutlich weiter zurück. Bereits seit mehreren Jahrzehnten befindet sich an diesem Standort ein gastronomischer Betrieb. Aus einer früheren Kneipe entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vollwertiges Restaurant. Nikolova legte von Anfang an Wert auf eine besondere Atmosphäre: "Ich wollte eine ordentliche Gaststätte schaffen, wo man in Ruhe speisen und verweilen kann."
Heute präsentiert sich das Lokal als echter Familienbetrieb: Die Inhaberin steht selbst als gelernte Köchin am Herd, ihre Söhne unterstützen engagiert im Service und bei Küchenarbeiten, während ihr Ehemann organisatorische und technische Aufgaben übernimmt. Diese familiäre Struktur trägt wesentlich zum besonderen Charakter des Restaurants bei.
Klassische Küche mit bulgarischen Spezialitäten
An der bewährten Speisekarte wurde zur Neueröffnung bewusst kaum etwas verändert – vor allem aus Rücksicht auf die Stammgäste. "Viele unserer Gäste kommen genau wegen unserer traditionellen Gerichte", betont Nikolova. Neben deutschen Klassikern wie Schnitzel, Eisbein, Sauerfleisch oder Bauernfrühstück finden sich auch bulgarische Einflüsse auf der Karte.
Viele Gäste hätten sich typische Gerichte aus ihrer Heimat gewünscht, erzählt die Köchin, die ursprünglich aus Bulgarien stammt und seit über dreißig Jahren in Deutschland lebt. Ein fest etabliertes Beispiel ist der Schopska-Salat mit frischen Tomaten, Gurken, gerösteter Paprika, Zwiebeln und Feta-Käse, der inzwischen zu den beliebtesten Spezialitäten des Hauses zählt.
Geöffnet ist das Restaurant 'Am Löwenplatz' in der Robert-Beltz-Straße 2C mittwochs bis samstags von 17 bis 22 Uhr sowie sonntags von 11.30 bis 14.30 Uhr und erneut von 17 bis 22 Uhr. Montag und Dienstag bleiben weiterhin Ruhetage. Nach sieben Monaten Stillstand nimmt der Betrieb nun Schritt für Schritt wieder Fahrt auf – mit vertrauter Küche, familiärer Atmosphäre und vielen bekannten Gesichtern, die das Herzstück dieses besonderen Lokals ausmachen.



