Der Dax-Konzern Bayer hat im Streit mit Glyphosat-Klägern einen bedeutenden Erfolg erzielt. Der geplante außergerichtliche Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar wird nun doch nicht im für Bayer kritischen Kalifornien geprüft. Damit steigen die Chancen für den Konzern, und die Aktie legte zu.
Entscheidung in Missouri bleibt bestehen
Einzelne Klägerkanzleien waren mit dem Versuch gescheitert, das Verfahren nach Kalifornien zu verlagern. Dort hätte ein als unternehmenskritisch geltender Bundesrichter den Fall übernommen, der bereits vor fünf Jahren Bayers ersten Einigungsversuch abgelehnt hatte. Nachdem eine kleinere Kanzlei Anfang Juni zunächst Erfolg mit ihrem Antrag hatte, wurde diese vorläufige Entscheidung am Mittwoch wieder aufgehoben. Das Vergleichsverfahren geht nun zurück an das zuständige Gericht in Missouri, das den Vergleich im Frühjahr bereits vorläufig genehmigt hatte.
Wichtiger Schritt für Bayer
Für Bayer bedeutet dieser juristische Erfolg eine Hürde weniger auf dem Weg, die Risiken aus den Glyphosat-Klagen in den USA signifikant zu senken. Ziel des Konzerns ist es, bis Jahresende die noch mehr als 60.000 anhängigen Klagen durch den Vergleich zu bereinigen. Die Kläger machen den Unkrautvernichter Glyphosat, den Bayer unter dem Markennamen Roundup vertreibt, für ihre Krebserkrankungen verantwortlich.
Aktie reagiert positiv
Die Bedeutung des Erfolgs spiegelte sich auch im Aktienkurs wider: Die Bayer-Aktie stieg gegen Handelsende in Frankfurt um sieben Prozent auf 38,40 Euro. Bayer-Chef Bill Anderson will die Klagerisiken bis Ende 2026 eindämmen. Das Unternehmen teilte mit, die Entscheidung schaffe die dringend benötigte Klarheit für alle Parteien und ermögliche die Fortsetzung des Genehmigungsverfahrens in Missouri.
Ausblick: Entscheidung im Juli
Eine endgültige Entscheidung über den Vergleich wird jedoch erst am 9. Juli nach einer Anhörung vor dem Gericht in Missouri fallen. Die Chancen auf eine Genehmigung sind gestiegen, aber noch nicht sicher. Alle großen beteiligten Klägerkanzleien unterstützen den Vergleich, während einzelne Anwälte die Verfahrensdetails kritisch sehen. Zudem erwartet Bayer bis Anfang Juli ein Urteil des US Supreme Court zu den Glyphosat-Klagen, das ein weiteres wichtiges Element in der Strategie zur Risikominimierung darstellt. Ein für Bayer und seine Tochter Monsanto vorteilhaftes Urteil könnte vielen Klagen die rechtliche Grundlage entziehen.



