Der Hamburger Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat seine Jahresprognose gesenkt. Wie das im Dax notierte Unternehmen am Montag mitteilte, rechnet es für 2026 nun mit einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bislang hatte der Vorstand ein flaches bis leichtes Wachstum in Aussicht gestellt. Grund für die Kehrtwende ist eine deutlich schwächere Nachfrage im zweiten Quartal, die das Geschäft des Nivea-Herstellers stärker belastet als erwartet.
Als Ursachen nennt Beiersdorf eine schlechte Verbraucherstimmung und eine angespannte Konsumnachfrage. Insbesondere die Erholung der Kernmarke Nivea komme nur langsam voran. Die Neuausrichtung von Nivea bleibe daher die zentrale Priorität. „Gleichzeitig wird es Zeit benötigen, bis sich die Maßnahmen vollständig in der Geschäftsentwicklung der Marke widerspiegeln“, erklärte der Konzern.
Prognose deutlich reduziert
Doch nicht nur beim Umsatz fällt der Ausblick pessimistischer aus. Auch bei der Ertragsmarge kappt Beiersdorf seine Erwartungen. Die bereinigte Ebit-Marge soll 2026 mindestens 11,8 Prozent erreichen. Zuvor hatte der Konzern lediglich einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 14 Prozent erwartet. Diese Absenkung signalisiert, dass das Management die operative Ertragskraft deutlich schwächer einschätzt als noch vor einigen Monaten.
Halbjahreszahlen unter den Erwartungen
Die Belastungen sind bereits in den Halbjahreszahlen sichtbar. Der Umsatz aus eigener Kraft – also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte – sank in den ersten sechs Monaten um 3,5 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Nominell ging der Erlös sogar um 4,5 Prozent zurück. Die Analysten hatten im Schnitt ein weniger deutliches Minus erwartet. Auch das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) fiel schwächer aus als prognostiziert: Es sank von 836 Millionen Euro auf 768 Millionen Euro. Die bereinigte Ebit-Marge rutschte von 16,1 Prozent auf 15,5 Prozent ab. Damit verfehlte Beiersdorf auch bei der Profitabilität die Erwartungen der Branchenexperten.
Nivea-Umbau als Schlüsselfaktor
Das Unternehmen betonte, dass die Neuausrichtung der Marke Nivea Zeit brauche. Die getroffenen Maßnahmen würden sich erst nach und nach in der Geschäftsentwicklung niederschlagen. Beiersdorf mit Hauptsitz in Hamburg ist einer der führenden Hautpflegekonzerne und im Dax gelistet. Vor allem die Marke Nivea ist international bekannt und prägt das Geschäft des Konzerns.



