Mobilität im Wandel: Berlin erreicht Rekordtief bei Autobesitz
Berlin. Nur noch jeder vierte Berliner besitzt ein eigenes Auto – so wenige wie nie zuvor. Das berichtet der „Tagesspiegel“ exklusiv unter Berufung auf die Senatsverkehrsverwaltung. Ende 2025 waren demnach 1.074.696 private Pkw bei 3.913.644 Einwohnern zugelassen, was 275 Autos pro 1000 Einwohner entspricht – der niedrigste Wert seit Jahrzehnten. Zum Vergleich: Zwischen 2010 und 2013 lag die Quote noch bei knapp 300 Autos pro 1000 Einwohner.
Bezirksunterschiede deutlich
Die Autodichte variiert stark zwischen den Bezirken. Die meisten privaten Pkw sind in Steglitz-Zehlendorf (35,4 Prozent) und Reinickendorf (33,7 Prozent) registriert. In den Innenstadtbezirken fällt die Quote dagegen extrem niedrig aus: In Friedrichshain-Kreuzberg besitzen nur 16,8 Prozent der Einwohner ein Auto, in Mitte sind es 17,9 Prozent. Bundesweit liegt Berlin weit unter dem Durchschnitt: In Deutschland kommen auf 1000 Einwohner 590 Autos – inklusive Firmen- und Behördenfahrzeuge. Die Berliner Behörde nennt für die Hauptstadt 334 Pkw pro 1000 Einwohner.
Grüne: „Die Zeit des Autos ist vorbei“
Die Grünen-Verkehrsexpertin Antje Kapek zeigte sich erfreut über die Entwicklung. „Berlin verabschiedet sich vom Auto“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Für sie ist der Trend ein klares Signal: „Die Zeit des Autos ist vorbei. Die Menschen nutzen zunehmend andere Mobilitätsarten.“ Sie forderte die CDU-geführte Verkehrsverwaltung auf, die Bevorzugung des Autos zu überdenken. In keiner anderen deutschen Stadt spiele das Auto eine so geringe Rolle wie in Berlin.
Kapek betonte zugleich die Notwendigkeit verlässlicher Busse und Bahnen sowie sicherer Rad- und Gehwege. Auch Kinder und ältere Menschen sollten sich selbstständig durch die Stadt bewegen können, ohne auf ein eigenes Auto angewiesen zu sein.



