Bieterkampf um Warner: Paramount erhöht Druck mit neuem Angebot
Bieterkampf um Warner: Paramount erhöht Druck

Hollywood-Bieterkampf intensiviert sich: Paramount drängt mit neuem Angebot

Der Wettstreit um das legendäre Filmstudio Warner Brothers Discovery hat eine entscheidende Wendung genommen. Paramount, das im vergangenen Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen wurde, hat neue Verhandlungen mit dem Verwaltungsrat von Warner erwirkt und signalisiert eine Erhöhung seines Übernahmeangebots.

Neue Verhandlungen nach wochenlangem Ringen

Nachdem Warner und Netflix bereits Anfang Dezember eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaming-Geschäft geschlossen hatten, ließ Paramount nicht locker. Das Unternehmen wandte sich direkt an die Aktionäre und bot 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery inklusive TV-Sendern wie CNN. Im Gegensatz dazu plant Netflix, die Fernsehsender in ein eigenständiges Unternehmen abzuspalten und bietet knapp 83 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Wochen bemühte sich Paramount intensiv, Einwände von Warner auszuräumen. Dazu gehörte das Versprechen, eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner bei einer Auflösung des Netflix-Deals zahlen müsste. Diese Beharrlichkeit zahlte sich nun aus: Netflix stimmte zu, dass Warner sieben Tage lang exklusiv mit Paramount verhandeln darf.

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Höheres Gebot und unklare Zukunft von CNN

Auslöser für die neuen Gespräche war eine mündliche Zusage eines Paramount-Vertreters, der 31 Dollar pro Warner-Aktie in Aussicht stellte – ein Dollar mehr als das bisherige schriftliche Angebot. Dabei betonte Paramount, dass dies nicht das „beste und endgültige“ Gebot sei. Der Warner-Verwaltungsrat will nun in den Verhandlungen herausfinden, wie weit Paramount tatsächlich bereit ist zu gehen.

Parallel dazu bekräftigte der Verwaltungsrat seine Empfehlung an die Aktionäre, das Netflix-Angebot anzunehmen. Die Abstimmung darüber wurde auf den 20. März festgelegt. Allerdings könnten die neuen Verhandlungen mit Paramount den Streaming-Riesen zwingen, sein eigenes Angebot nachzubessern.

Besonders brisant ist in diesem Bieterkampf das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, der regelmäßig kritisch über den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump berichtet. Trump hatte im Dezember gefordert, dass CNN bei einem Deal „auf jeden Fall den Besitzer wechseln“ müsse. Da die Ellison-Familie als Trump-Unterstützer bekannt ist und der Paramount-Sender CBS seit der Übernahme einen freundlicheren Ton gegenüber der Trump-Regierung anschlug, befürchten Kritiker einen Verlust der redaktionellen Unabhängigkeit bei CNN unter Paramount-Dach.

Strategische Bedeutung der Fusion

Für Paramount wäre eine Fusion mit Warner ein strategischer Coup, der das Unternehmen zu einem der mächtigsten Medienkonzerne der Welt machen würde. Die Ellison-Familie zeigt mit ihrem beharrlichen Vorgehen, wie wichtig ihnen dieser Zukauf ist. Für Warner geht es bei der Entscheidung nicht nur um den finanziell besten Deal, sondern auch um die langfristige Ausrichtung des Unternehmens und den Erhalt seiner Markenidentität.

Die kommende Woche wird zeigen, ob Paramount mit seinem erhöhten Druck tatsächlich Netflix aus dem Rennen drängen kann oder ob der Streaming-Pionier mit einem Gegengebot reagiert. Sicher ist: Der Bieterkampf um eines der ikonischsten Filmstudios Hollywoods ist noch lange nicht entschieden.

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