Brandbrief an Merz: 100 Top-Gründer fordern Reformen
Brandbrief an Merz: 100 Top-Gründer fordern Reformen

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) erhält Druck von Deutschlands Gründerszene. In einem Brandbrief, der BILD exklusiv vorliegt, appellieren 100 namhafte Persönlichkeiten aus der Startup-Welt an die Bundesregierung. Ihr Ziel: Deutschland endlich fit machen für die Wirtschaft der Zukunft. Der Brief erreicht den Kanzler vor der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli.

Prominente Unterzeichner

Zu den Unterzeichnern zählen die Chefs und Gründer von Zalando, FLIX und home24 sowie Bundeswirtschaftsministerin a.D. Brigitte Zypries und Ex-Telekom-Chef René Obermann. Unter dem Titel „Für eine neue Gründerzeit, jetzt“ fordern sie eine „wirtschaftspolitische Wende“ – mit konkreten, schnellen Reformen.

Initiative des Startup-Verbands

Die Initiative geht vom Startup-Verband aus. Dessen Vorstandsvorsitzende Verena Pausder (47) sagt: „Bei der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli darf es nicht nur um vage Absichtserklärungen gehen. Entscheidend sind greifbare Reformansätze.“ Sie macht den Ernst der Lage deutlich: „Der Wegfall von 10.000 Industriearbeitsplätzen pro Monat im vergangenen Jahr ist ein Weckruf und zugleich Handlungsverpflichtung für echte Reformen.“

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Potenziale besser nutzen

Pausder betont aber auch: Deutschland hat Potenzial. „Weltklasse-Forschung, hochqualifizierte Talente und eine starke industrielle Basis, die international ihresgleichen sucht. Diese Potenziale müssen wir viel besser nutzen. Und zwar jetzt.“ Auch die Entwicklungen jenseits des Atlantiks treiben die Unterzeichner um. Die US-Regierung hat die neueste Software-Entwicklung des KI-Unternehmens Anthropic für Ausländer gesperrt – ein Weckruf für die digitale Eigenständigkeit Europas und gewaltiges Potenzial für die deutsche Wirtschaft.

Bereits heute arbeiten rund 500.000 Menschen für deutsche Startups. Der Koalitionsvertrag erkennt das Potenzial an: Startups seien „die Hidden Champions und DAX-Konzerne von morgen“, heißt es darin.

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