China schlägt im Handelsstreit mit den USA zurück
China schlägt im Handelsstreit mit USA zurück

Im eskalierenden Handelskonflikt zwischen den USA und China hat Peking Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Wie das Handelsministerium in Peking am Freitag mitteilte, werden auf US-amerikanische Produkte im Wert von rund 75 Milliarden Dollar (etwa 67 Milliarden Euro) neue Zölle erhoben. Die Maßnahmen treten in zwei Stufen in Kraft: Die ersten Zölle gelten ab dem 1. September, weitere folgen ab dem 15. Dezember. Betroffen sind unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse, Rohöl und Kleinflugzeuge.

Reaktion auf Trumps Sonderabgaben

Die chinesische Regierung reagiert damit auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sonderzölle auf chinesische Importe im Volumen von 300 Milliarden Dollar. Diese waren zuletzt angekündigt, aber teilweise ausgesetzt worden. Peking wirft Washington vor, gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zu verstoßen und den globalen Handel zu destabilisieren.

„Die USA haben die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern ernsthaft geschädigt. China ist gezwungen, notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um seine legitimen Rechte und Interessen zu verteidigen“, erklärte das Handelsministerium in einer offiziellen Stellungnahme.

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Neue Eskalationsstufe im Handelsstreit

Die Ankündigung markiert eine weitere Eskalation im seit Monaten andauernden Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Bereits im Vorfeld hatten beide Seiten wiederholt Zölle auf Waren im Wert von mehreren Hundert Milliarden Dollar verhängt. Die neuen chinesischen Zölle treffen vor allem Staaten, in denen Trump bei der kommenden Präsidentschaftswahl um Stimmen wirbt – etwa landwirtschaftliche Bundesstaaten wie Iowa und Texas.

Experten erwarten, dass die neuen Zölle die globalen Lieferketten weiter belasten und das Wirtschaftswachstum in beiden Ländern dämpfen könnten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte bereits mehrfach vor den negativen Auswirkungen des Handelskonflikts auf die Weltwirtschaft gewarnt.

Peking zeigt sich gesprächsbereit

Trotz der harten Gangart betonte die chinesische Führung gleichzeitig ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen. Vizepremier Liu He habe in einem Telefonat mit US-Handelsbeauftragtem Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin seine Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung geäußert. Die Gespräche sollten im September in Washington fortgesetzt werden.

Analysten sehen in den neuen Zöllen jedoch ein kalkuliertes Signal: China wolle zeigen, dass es nicht bereit sei, sich unter Druck setzen zu lassen. Gleichzeitig halte man die Tür für Verhandlungen offen, um eine weitere Verschärfung zu vermeiden.

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Die erneuten Zollankündigungen haben auch die Finanzmärkte verunsichert. Der Deutsche Aktienindex (DAX) gab nach Bekanntwerden der Nachricht leicht nach, während der US-Leitindex Dow Jones ebenfalls Verluste verzeichnete. Ökonomen befürchten, dass die Handelskonflikte das globale Wirtschaftswachstum um bis zu 0,5 Prozentpunkte drücken könnten.

Die deutsche Wirtschaft ist als Exportnation besonders betroffen. Laut einer Studie des ifo-Instituts könnten die US-Zölle auf chinesische Waren auch deutsche Unternehmen belasten, die in China produzieren und in die USA exportieren. Der Handelsstreit treffe letztlich alle Länder, die in globale Lieferketten eingebunden sind.

Trumps Reaktion bleibt abzuwarten

US-Präsident Trump hat bisher nicht direkt auf die chinesischen Vergeltungszölle reagiert. In der Vergangenheit hatte er jedoch mehrfach angedroht, die Zölle weiter zu erhöhen, falls China nicht einlenke. Beobachter rechnen damit, dass Washington in den kommenden Tagen eine Antwort auf die neuen Maßnahmen aus Peking präsentieren wird.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China schwelt bereits seit über einem Jahr. Beide Seiten haben sich mehrfach auf Waffenstillstände geeinigt, die jedoch immer wieder gebrochen wurden. Die jüngste Eskalation könnte die Verhandlungen weiter erschweren, die eigentlich für September geplant sind.

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