EU-Strafe von 890 Mio. Euro: Google hat sie nach 18 Stunden wieder drin
EU-Strafe: Google hat 890 Mio. Euro nach 18 Stunden wieder drin

Die EU-Kommission hat den US-Techriesen Google zu einer Geldbuße von insgesamt 890 Millionen Euro verdonnert. Der Vorwurf: Google habe in der Suche eigene Dienste bevorzugt und App-Entwickler im Play Store daran gehindert, Nutzer einfach auf alternative App-Stores und günstigere Bezahlmöglichkeiten hinzuweisen. Doch was nach einer Rekordstrafe klingt, verliert beim Blick auf die Geschäftszahlen schnell an Wucht.

Strafe entspricht nur 18 Stunden Umsatz

Die Google-Mutter Alphabet setzte im zweiten Quartal 2026 umgerechnet rund 102 Milliarden Euro um. Der Umsatz pro Tag liegt demnach bei 1,12 Milliarden Euro, pro Stunde etwa 47 Millionen Euro. Damit entspricht die neue EU-Strafe – je nach Wechselkurs – nur rund 18 Stunden Konzernumsatz. Anders gesagt: Das Geld ist schnell wieder verdient. Nicht einmal ein einziger Geschäftstag reicht Google, um den Gegenwert der Strafe umzusetzen. Geht man rein nach dem Gewinn (rund 18,7 Millionen Dollar, also 16,45 Millionen Euro pro Stunde), dauert es länger: Dafür muss Google 55 bis 57 Stunden laufen, also gut zweieinhalb Tage.

EU-Kommissarin betont Wettbewerb

„Mit dieser Entscheidung wollen wir Wettbewerb sicherstellen“, betonte Technologie-Kommissarin Henna Virkkunen. Die Alphabet-Tochter mache gute Fortschritte bei der Einhaltung europäischer Vorschriften. Damit scheinen zusätzliche Strafen für die beanstandeten Verstöße vorerst vom Tisch zu sein. Die Geldbußen sind die ersten, die die EU auf Basis des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) gegen Google verhängt hat.

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Google weist Vorwürfe zurück

Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Die Vorgaben aus Brüssel verschlechterten die Qualität der Google-Suche und schwächten die Sicherheitsmechanismen des Play Stores. Eine Klage gegen den Bußgeldbescheid schließt Google nicht aus. Die neue Geldbuße ist längst nicht die erste. Einschließlich der aktuellen Entscheidung summieren sich die EU-Kartellstrafen gegen Google inzwischen auf 10,38 Milliarden Euro. Erst Anfang Juli bestätigte der Europäische Gerichtshof zudem endgültig die milliardenschwere Android-Strafe von 4,1 Milliarden Euro.

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