Ford holt 350 Ingenieure zurück: KI allein reicht nicht für Qualität
Ford holt 350 Ingenieure zurück: KI allein reicht nicht

Detroit – Mensch statt Maschine: Der Autobauer Ford holt 350 erfahrene Ingenieure zurück, um Qualitätsprobleme in den Griff zu bekommen. Grund dafür ist, dass die Künstliche Intelligenz, auf die das Unternehmen zunehmend gesetzt hatte, die teure Fehlerkrise nicht beheben konnte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ford-Betriebschef Kumar Galhotra (60) erklärte: „Wir hatten uns immer stärker auf automatisierte Qualitätssysteme verlassen“ und damit nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. „Wir haben technische Spezialisten zurückgeholt. Diese suchen nach Fehlerquellen, bevor ein Teil überhaupt die Werkshalle erreicht.“

KI braucht erfahrene Spezialisten

Ford gesteht ein, dass die KI allein nicht ausreicht. Charles Poon, Ford-Vize für die Hardwareentwicklung, sagte: „Künstliche Intelligenz ist ein fantastisches Werkzeug, aber sie ist nur so gut wie die Informationen, mit denen man sie trainiert. In den vergangenen Jahren haben wir der Erfahrung unserer sachkundigsten Ingenieure, die viele Produktzyklen miterlebt haben, nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie wir es hätten tun sollen.“ Der Glaube, es würde ausreichen, KI einzuführen, um ein hochwertiges Produkt zu erhalten, sei ein Irrtum gewesen.

Innerhalb von drei Jahren holte Ford nun 350 Top-Experten zurück. Teils handelt es sich um ehemalige Ford-Ingenieure, teils um Technik-Routiniers von Zulieferern. Bloomberg spricht von einer „Grey Beard“-Offensive – Ford besinnt sich auf lebens- und werkserfahrene Kräfte, die sogenannten grauen Bärte. Diese alten Hasen sollen jungen Mitarbeitern und der KI zeigen, wie Qualitätskontrolle funktioniert.

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Milliardenkosten durch Qualitätsmängel

Scheinbar kaum lösbare Technik-Pannen hatten den Autobauer in den vergangenen Jahren eigenen Angaben zufolge Milliarden gekostet. Jetzt zeigen sich erste Erfolge. Vorstandschef Jim Farley (64) sagte zu Bloomberg: „Wir sehen, dass unsere Garantiekosten zurückgehen. Wir sehen, dass unsere Rückrufkosten sinken.“ Dank der Arbeit der grauen Bärte zog Ford auch in einer wichtigen US-Studie, die die Qualität eines Autos in den ersten drei Monaten nach dem Kauf misst, an Herstellern wie Toyota und Honda vorbei. Nur die Luxusmarken Porsche und Genesis liegen in diesem Jahr vor Ford.

Erfolge in der Qualitätsstudie

Die Rückkehr der erfahrenen Ingenieure zeigt Wirkung. Die Garantiekosten sinken, die Rückrufkosten gehen zurück. In der renommierten US-Qualitätsstudie, die die Zuverlässigkeit in den ersten drei Monaten nach dem Kauf bewertet, hat Ford nun Toyota und Honda überholt. Lediglich Porsche und Genesis schneiden besser ab. Dies ist ein klarer Beleg dafür, dass die Kombination aus menschlicher Erfahrung und KI die besten Ergebnisse liefert.

Ford hat aus den Fehlern gelernt und setzt nun auf eine ausgewogene Mischung aus Technologie und menschlichem Sachverstand. Die „Grey Beard“-Offensive könnte ein Vorbild für andere Unternehmen sein, die ähnliche Probleme mit KI-gesteuerten Qualitätssystemen haben.

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