Porta Westfalica – Die insolvente Baumarkt-Kette Hammer stellt ihren Geschäftsbetrieb endgültig ein. Bis Ende Mai schließen die letzten 21 Filialen, anschließend wird das Unternehmen abgewickelt. Ein Investor für eine Übernahme und Fortführung habe sich nicht gefunden, teilte der Insolvenzverwalter mit.
Die Hammer Raumstylisten GmbH mit Sitz in Porta Westfalica (Nordrhein-Westfalen) hatte bereits im Januar Insolvenz angemeldet. Zunächst war versucht worden, zumindest einige Standorte zu retten. Ende März machten 46 von 87 Filialen dicht, vier Wochen später 20 weitere. Ende April wurde schließlich allen rund 1.100 Beschäftigten gekündigt.
Insolvenzverwalter Stefan Meyer bezeichnete die Entwicklung als „außerordentlich bedauerlich“. Die Rahmenbedingungen seien „äußerst herausfordernd“ gewesen. Mehrere Interessenten hätten ihre unverbindlichen Angebote zurückgezogen. Gründe seien die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit, ein schwieriges Marktumfeld im Einzelhandel sowie der finanzielle Zustand des Unternehmens.
Derzeit liefen noch Gespräche mit Vermietern und branchenfremden Interessenten über die Übernahme von Mietflächen an bisherigen Hammer-Standorten. Ob Beschäftigte übernommen werden, sei offen.
Die Kette war bereits zuvor ins Straucheln geraten. Anfang 2025 wurden diverse Filialen geschlossen. Im Herbst 2025 übernahm ein Investorenkonsortium namens Rethink die Märkte, dessen Hintergründe unklar blieben. Zuvor hatte die ehemalige Muttergesellschaft, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 die erste Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und war anschließend abgewickelt worden. Damals gab es bereits einen großen Räumungsverkauf bei Hammer. Die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben.
Der Einzelhandel leidet unter schwacher Konsumstimmung und wachsendem Onlinehandel. Immer mehr Unternehmen geraten in Schieflagen oder müssen aufgeben. Zuletzt hatten unter anderem der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Deko-Kette Depot Insolvenz angemeldet. Die Zahl der Pleiten in der Branche ist auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Kreditversicherer Allianz Trade verzeichnete im vergangenen Jahr 2.571 Fälle. Branchenexperten erwarten weiter steigende Zahlen.



