Streit um Blumenkübel: Herrenknecht droht mit Verlagerung von Unternehmensteilen
Herrenknecht droht mit Verlagerung wegen Blumenkübeln

Im badischen Schwanau eskalieren die Spannungen zwischen dem Maschinenbauunternehmer Martin Herrenknecht und der Gemeindeverwaltung. Der 83-jährige Gründer der Herrenknecht AG droht damit, Teile seines Unternehmens aus der Gemeinde abzuziehen. Auslöser ist ein seit Monaten schwelender Streit um etwa 20 Blumenkübel, die auf Durchgangsstraßen zum Werksgelände aufgestellt wurden.

Unternehmer kritisiert „Behörden-Theater“

„Ich werde die Kübel kein zweites Mal wegschaffen lassen. Stattdessen frage ich: Haben Sie in der Gemeindeverwaltung wirklich nichts Wichtigeres zu tun?“, zitierte die „Badische Zeitung“ Herrenknecht. Der Unternehmer zeigte sich ungehalten über die seiner Ansicht nach unnötige Bürokratie. Die Gemeinde solle sich stärker um wirtschaftliche Entwicklung und bessere Rahmenbedingungen kümmern, statt mit Blumenkübeln die Verkehrsplanung zu beeinflussen. Er sprach von einem „völlig realitätsfernen Behörden-Theater“.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Auseinandersetzung für Schlagzeilen gesorgt. Herrenknecht ließ damals einen Teil der Kübel entfernen, da sie nach seiner Einschätzung eine Gefahr für die Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit darstellten. Die massiven Holz-Blumenkübel seien in der dunklen Jahreszeit aufgestellt worden, kaum sichtbar und ohne ausreichende Abstimmung mit der Polizei. Später kehrten die Kübel jedoch vom Firmengelände zur Kommune zurück.

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Landratsamt verteidigt Maßnahme

Das Landratsamt Ortenaukreis hatte die Aufstellung der Kübel als Mittel zur Verkehrsberuhigung verteidigt. Ein Sprecher erklärte: „Solche Gestaltungselemente tragen dazu bei, das Straßenbild im Sinne der angeordneten Verkehrsregelung klar zu strukturieren und das Geschwindigkeitsniveau zu senken.“ Dies sei weiterhin die Auffassung der Behörde. Ob und wann erneut Kübel aufgestellt würden, sei Sache der Gemeinde. Die Gemeinde Schwanau war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Verlagerung nach Rust erwogen

Herrenknecht erwägt nun Konsequenzen: Teile des Unternehmens könnten aus dem Ortsteil Allmannsweier verlagert werden – möglicherweise nach Rust, das ebenfalls im Ortenaukreis liegt. Betroffen wären das Servicegeschäft und Aktivitäten im Bereich Tiefengeothermie, beides wachsende Bereiche. Ein Sprecher betonte jedoch: „Grundsätzlich steht Herrenknecht fest zum Standort Deutschland, insbesondere zu Baden und zur Ortenau.“ Zu konkreten Planungen äußere man sich nicht.

Die Herrenknecht AG ist ein weltbekannter Hersteller von Tunnelbohrmaschinen und beschäftigt rund 5000 Menschen. Der Streit mit der Gemeinde zeigt, wie sehr sich das Verhältnis zwischen dem Mittelständler und der Kommunalverwaltung verschlechtert hat. Herrenknecht hatte bereits im Oktober des Vorjahres von einem „Mist“ gesprochen, den die Verantwortlichen gebaut hätten.

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