Netflix-Aktie fällt trotz Gewinnwachstum um neun Prozent
Netflix-Aktie fällt trotz Gewinnwachstum um 9%

Der Videostreaming-Marktführer Netflix hat im vergangenen Quartal einen Gewinn von 3,4 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden Dollar. Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen US-Handel um rund neun Prozent, da die Umsatzprognose für das laufende Quartal die durchschnittlichen Analystenerwartungen verfehlte.

KI kommt bei Hunderten Titeln zum Einsatz

Netflix setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Co-Chef Ted Sarandos sagte vor Analysten, dass in rund 300 Titeln allein in diesem Jahr KI zum Einsatz gekommen sei. So würden etwa Menschenmengen oder Szenen historischer Schlachten mit Hilfe von KI erzeugt. Ohne KI wären solche Fragmente aus Kosten- oder Zeitgründen oft gar nicht erst gedreht worden, argumentierte Sarandos. Er betonte jedoch, dass KI nur ein Werkzeug in der Hand kreativer Menschen sei: „Filme werden von Leuten gemacht, die Filme machen.“

Anleger skeptisch wegen Kundenbindung

Die Veröffentlichung der Quartalszahlen wurde von Zweifeln an der Börse begleitet, wie gut der langjährige Branchenprimus seine Kunden halten kann. Der verlorene Bieterkampf um die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers gegen den Rivalen Paramount wurde von einigen Anlegern als Flucht nach vorn gesehen. Marktforscher-Daten deuteten zudem darauf hin, dass die Zuschauerzahlen ab der zweiten Staffel selbst populärer Netflix-Serien sinken. Sarandos entgegnete, dass die Rückgänge zwischen der ersten und zweiten Staffel im Vergleich zum Vorjahr sogar geringer ausgefallen seien.

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Netflix reduziert Berichterstattung über Popularität

Netflix will künftig nur noch einmal jährlich statt zweimal pro Jahr Angaben zur Popularität seiner Filme und Serien veröffentlichen. Das Management betont, dass kein direkter Zusammenhang zwischen der Zahl der Sehstunden und den Erlösen bestehe. Co-Chef Greg Peters erklärte, dass Live-Übertragungen überdurchschnittlich viele Neukunden anlockten, obwohl sie insgesamt nicht so viele Zuschauer hätten wie andere Programme.

Umsatzprognose enttäuscht

Die Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal verfehlte die durchschnittlichen Analystenerwartungen, was den Aktienkurs zusätzlich belastete. Die Netflix-Aktie hatte bereits in den vergangenen Monaten mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren. Netflix macht keine regelmäßigen Angaben zur Kundenzahl mehr. Im vergangenen Quartal stieg der Gewinn um 8,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Netflix erhielt von Warner im Februar 2,8 Milliarden Dollar als Vertragsstrafe nach Auflösung der bereits vereinbarten Übernahme, was die Steuerzahlungen des Streaming-Marktführers im vergangenen Quartal etwas ansteigen ließ.

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