Der Bayerische Rundfunk (BR) und die Gewerkschaften Verdi, Bayerischer Journalistenverband (BJV) und Deutsche Musik- und Orchestervereinigung haben sich nach fünf Verhandlungsrunden auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Abschluss sieht für rund 5.300 feste und freie Beschäftigte Gehaltssteigerungen in mehreren Stufen bis Ende 2028 vor, wie beide Seiten bestätigten. Die Erhöhungen liegen bei bis zu 2,5 Prozent pro Jahr, wobei ein Teil der Steigerung im Jahr 2028 an Bedingungen geknüpft ist.
Stufenweise Erhöhungen rückwirkend ab Februar
Konkret steigen die Tarifgehälter rückwirkend zum Februar 2026 um 1,23 Prozent. Zum 1. April 2027 folgen weitere 2,5 Prozent, und zum 1. April 2028 sind nochmals bis zu 2,0 Prozent vorgesehen. Die letzte Stufe hängt jedoch von einer möglichen Erhöhung des Rundfunkbeitrags ab, über die derzeit das Bundesverfassungsgericht entscheidet. Die Länder hatten eine vorgeschlagene Erhöhung bislang nicht umgesetzt.
Der BR ist die viertgrößte ARD-Anstalt und wird überwiegend aus dem Rundfunkbeitrag finanziert, den alle Haushalte pauschal zahlen müssen. Die Einigung muss noch von den zuständigen Gremien auf beiden Seiten formell bestätigt werden.
Gewerkschaften sehen tragfähiges Ergebnis
Verdi-Gewerkschaftssekretärin Annette Greca bezeichnete den Abschluss als „tragfähiges Ergebnis“. Besonders hob sie das Paket für den BR-Nachwuchs hervor: „Unser Ziel war es, den BR als attraktiven Arbeitgeber für junge Menschen zu stärken. Dies ist uns mit diesem Tarifergebnis gelungen.“ Die Verhandlungen waren von Warnstreiks und Programmausfällen begleitet worden.
Ein ähnlicher Tarifabschluss war Anfang Juli beim Südwestrundfunk (SWR) erzielt worden. Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen unter Druck, da die Erträge von ARD und ZDF zuletzt um 20 Millionen Euro gesunken sind.



