Wolfgang Porsche verkauft Salzburg-Schloss nach Tunnel-Streit
Porsche verkauft Salzburg-Schloss nach Tunnel-Protesten

Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, trennt sich von seinem Anwesen „Paschinger Schlössl“ in Salzburg. Die Immobilie, auch bekannt als Stefan-Zweig-Villa, steht für 14,6 Millionen US-Dollar (12,7 Millionen Euro) zum Verkauf. Grund für den Verkauf sind die massiven Proteste und das Superreichen-Bashing, die durch seine Pläne für einen privaten Tunnel ausgelöst wurden.

Kauf und Tunnelpläne

Porsche erwarb das historische Anwesen auf dem Kapuzinerberg am 9. Oktober 2020 für 8,4 Millionen Euro. Er ließ es aufwendig restaurieren, zog jedoch nie ein. Parallel beantragte er den Bau eines 500 Meter langen Tunnels, der von einem öffentlichen Parkhaus in der Linzer Gasse direkt zu seiner Residenz führen sollte. Die reguläre Zufahrtsstraße gilt als eng, kurvig und im Winter vereist. Porsche war bereit, rund 10 Millionen Euro privat für den Tunnel zu investieren.

Proteste und Petition

Als die Pläne im Frühjahr 2025 öffentlich wurden, formierte sich Widerstand von Umweltschützern, den Grünen und der kommunistischen KPÖ. Kritiker sprachen von einer Sonderbehandlung eines Milliardärs zulasten der Umwelt. Aktivisten organisierten Demonstrationen mit Transparenten wie „Und Porsche sprach es werde Loch“ und „Stoppt den Porsche-Privattunnel“. Mehr als 19.000 Menschen unterschrieben eine Petition gegen den Bau, in der von „Sonderbehandlung für Superreiche“ und „Symbol sozialer Ungerechtigkeit“ die Rede war.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Genehmigung trotz Widerstand

Trotz der Proteste erhielt Porsche Ende 2025 die Genehmigungen für Tunnel und Tiefgarage, wie Stadt und Land Salzburg bestätigten. Doch der Unternehmer will nun offenbar nicht mehr. Auf der Website des französischen Maklerunternehmens „Le Figaro Properties“ wird das Anwesen als „Schloss in Salzburg“ angeboten. Die Eckdaten: 12 Zimmer auf drei Etagen, 616 Quadratmeter Wohnfläche, 7816 Quadratmeter parkähnlicher Garten und Panoramablick auf die Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) und die Salzach. Das Exposé erwähnt auch das genehmigte Tunnelprojekt als Besonderheit.

Gründe für den Verkauf

Aus dem Umfeld Porsches heißt es, das Superreichen-Bashing aus Politik und Lokaljournalismus habe den 83-Jährigen so getroffen, dass er keine Zukunft mehr auf dem Kapuzinerberg sehe. Eine Insiderin sagte: „Es gibt eine Tendenz in der Salzburger Stadtpolitik, die besonders zwei reiche Menschen ins Visier nimmt: Wolfgang Porsche und Mark Mateschitz. Da findet regelrecht ein Reichen-Bashing statt. Dass die beiden für Arbeitsplätze sorgen und wichtig für den Wirtschaftsstandort sind, wird aber gerne hingenommen. Jetzt will sich Herr Porsche das nicht mehr antun, denn er fürchtet, dass die negativen Stimmen nicht verstummen würden, wenn der genehmigte Bau beginnt.“

Alternativen

Wolfgang Porsche findet Ruhe auf seinem Schüttgut in Zell am See und auf Mallorca, wo er eine Luxusfinca im Dorf Alaró besitzt. Dort feierte er kürzlich mit Freunden und Familie seine vierte Hochzeit mit Ehefrau Gabriele (63). Ein Sprecher der Porsche SE wollte sich zum geplanten Verkauf nicht äußern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration