Wolfgang Porsche verkauft Villa in Salzburg nach Tunnel-Streit
Porsche verkauft Villa nach Tunnel-Ärger in Salzburg

Wolfgang Porsche, der 83-jährige VW-Patriarch, trennt sich von seiner Villa in Salzburg. Das „Paschinger Schlössl“ auf dem Kapuzinerberg steht zum Verkauf. Das Anwesen, einst vom Schriftsteller Stefan Zweig bewohnt, ist auf dem Portal des französischen Luxusmaklers „Le Figaro Properties“ für knapp 12,7 Millionen Euro gelistet. Ein Sprecher der Porsche SE äußerte sich nicht zu dem geplanten Verkauf, aber nach SPIEGEL-Informationen will Porsche die Villa tatsächlich aufgeben.

Porsche hatte das Schlössl 2020 für 8,4 Millionen Euro erworben und umfassend renovieren lassen, zog jedoch nie ein. Grund dafür ist die einzige Zufahrt: eine enge, im Winter oft vereiste Auffahrt. Um dieses Problem zu lösen, plante der Milliardär den Bau eines Privattunnels, der von einem öffentlichen Parkhaus durch den Berg direkt zu seiner Residenz führen sollte. Zudem war ein Privatparkplatz für neun Fahrzeuge vorgesehen, von dem ein Fußwegtunnel zur Villa führen sollte. Die Kosten für den Tunnel hätte Porsche mit rund zehn Millionen Euro selbst getragen.

Widerstand in Salzburg

Gegen die Tunnelpläne formierte sich jedoch erheblicher Widerstand. Umweltschützer und Politiker warfen der Stadt Salzburg eine Spezialbehandlung Porsches vor und starteten eine Petition, die 19.000 Menschen unterzeichneten. Trotz der Kritik erteilte die Behörde eine Genehmigung für den Tunnel. Laut „Bild“-Berichten hat die anhaltende Kritik Porsche nun dazu bewogen, die Villa zu verkaufen und das Tunnelprojekt nicht weiterzuverfolgen.

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Interessanterweise wird in dem Exposé bei „Le Figaro Properties“ das genehmigte Tunnelprojekt als besonderes Merkmal hervorgehoben: „Ein bemerkenswertes, genehmigtes Projekt für einen Privattunnel und eine Tiefgarage hebt die Immobilie zusätzlich in eine eigene Kategorie – ein unvergleichliches Merkmal im historischen Salzburg.“

Auswirkungen auf Porsche und die Region

Der Verkauf der Villa bedeutet für Porsche einen finanziellen Verlust, wenn man die Renovierungskosten berücksichtigt. Dennoch zeigt der Schritt, dass der Milliardär den öffentlichen Druck nicht ignorieren kann. Für die Stadt Salzburg könnte der Verkauf ein Signal sein, dass umstrittene Bauprojekte selbst für wohlhabende Investoren nicht durchsetzbar sind. Die Zukunft des Paschinger Schlössls bleibt abzuwarten – möglicherweise findet sich ein Käufer, der die Villa ohne Tunnelpläne nutzen möchte.

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